IQ Integration durch Qualifizierung, Teilprojekt KomPlus: Kompetenzen für Migranten/-innen im Beruf.

Warum gibt es ein Teilprojekt von "Integration durch Qualifizierung" (IQ) an der Volkshochschule Duisburg?

"Mit nicht ganz 500.000 Einwohnern leben in Duisburg Menschen aus 150 Nationen. Der Anteil der Duisburger mit Migrationshintergrund beträgt 32,3 Prozent ... Beim Anteil der türkischstämmigen Zuwanderer liegt Duisburg somit ganz vorn. Rund 50 Prozent stammen aus der Türkei ..."  "... bezüglich der Art der Erwerbsarbeit unterscheiden sich Migrantinnen und Migranten signifikant von der Mehrheitsbevölkerung. So üben sie doppelt so häufig gering qualifizierte Tätigkeiten aus wie die einheimische Vergleichsgruppe (46,6% gegenüber 24,9%). Die prognostizierte demografische Entwicklung zeigt, dass trotz der aktuell tiefen Rezession in vielen Arbeitsmarktsegmenten ein Fachkräftemangel droht, der ohne eine systematisch verbesserte Arbeitsmarktintegration von bereits zugewanderten bzw. künftig zuwandernden Menschen nicht bewältigt werden kann. Deutschland ist ein Einwanderungsland und muss es angesichts der demografischen Entwicklung auch bleiben. Es wird daher in den kommenden Jahren und Jahrzehnten einen zunehmenden Bedarf an Leistungen der Integrationsunterstützung geben, und dies betrifft insbesondere den Zugang zu Existenz sichernder qualifizierter Erwerbsarbeit." 

Die Volkshochschule Duisburg ist der kommunale Träger öffentlich verantworteter Weiterbildung. Seit über 30 Jahren bietet die Volkshochschule Duisburg Lernmöglichkeiten für Menschen mit Migrationshintergrund. Deutschkurse mit zertifizierten Abschlüssen, Projekte im Bereich "Deutsch am Arbeitsplatz" und "Ethnische Ökonomie", Integrationskurse und Einbürgerungstests sind nur ein Ausschnitt der Angebotspalette.Neue Impulse im (berufs)sprachlichen und kaufmännischen Bereich werden gesetzt oder aufgenommen und sich entwickelnde Ideen in z.T. bundesweiten Netzwerken diskutiert und verbreitet. 

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Welche Ziele verfolgt das Projekt?

Der Name des Teilprojektes KomPlus impliziert bereits das Projektziel: Erwerb zusätzlicher Kompetenzen - in diesem Fall für Unternehmer/-innen oder Beschäftigte der Ethnischen/"Migrantenökonomie" und der lokalen Ökonomie sowie Menschen mit Migrationshintergrund, die in den Arbeitsmarkt integriert werden möchten und durch vorhandene Instrumente nicht erreicht werden. Die VHS beschränkt sich derzeit auf folgende Bereiche:

Berufsbezogene Deutschkenntnisse

"Berufsbezogene Deutschkurse zielen auf die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Partizipation von MigrantInnen am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Gleichzeitig sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil innerbetrieblicher Weiterbildung: Indem die berufsbezogene sprachliche Handlungskompetenz der TN gestärkt wird, können häufig auch Arbeitsabläufe optimiert werden. Es geht in diesem Sinne weniger darum zu wissen, was eine "Bügelmessschraube" ist als darum, schnell kommunizieren zu können, welches Problem sie verursacht." Je nach Voraussetzung und Zielvorstellungen werden maßgeschneiderte Angebote auf den verschiedenen Niveaustufen des Europäischen Referenzrahmens konzipiert. Mit telc-LANGUAGE-TESTS verfügt die VHS über ein bundesweit anerkanntes Zertifikatssystem auch im Bereich des berufsbezogenen Deutsch.

Kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse

Durch gezielte Qualifizierungen und Weiterbildung kann sowohl der Fachkräftebestand von Unternehmen gestärkt als auch die Beschäftigungsfähigkeit des Einzelnen gesichert werden. Für diese Qualifizierungen hält die VHS mit Xpert Business ein bundesweit anerkanntes Zertifikatssystem vor. Nachqualifizierungen dienen dem Erwerb zusätzlicher Qualifikationen für die Anerkennung des Berufsabschlusses und können individuell bei der VHS oder, je nach Abschluss, innerhalb des Duisburger Weiterbildungsnetzwerkes umgesetzt werden

Interkulturelle Kompetenzen

Kenntnisse über Diversity Management und Interkulturelle Kompetenz verbessern die produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit. Ebenso sind interkulturelle Kompetenzen der MitarbeiterInnen auch in der konkreten betrieblichen Arbeit (Werbung, Schaufenstergestaltung, Kundenansprache, Angebotsauswahl, Auslandsgeschäfte) von entscheidender Bedeutung. Mit Xpert Culture Communications Skills verfügt die VHS über ein bundesweit anerkanntes Zertifikatssystem. Dieses System dient als Grundlage für maßgeschneiderte Schulungen in den Unternehmen.

Wie wird das Teilprojekt KomPlus aktiv?

Der Schwerpunkt von KomPlus bildet eine (Teilzeit-)Beraterstelle. Die Aufgaben dieser Beratung sind sehr vielseitig und von Betrieb zu Betrieb werden sich andere Handlungsfelder ergeben:

  • UnternehmerInnen und Beschäftigte werden über ihre Chancen informiert und bedarfsgerecht beraten.
  • Maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote werden entwickelt und umgesetzt. Bei den betrieblichen Schulungen wird der Betriebsort auch als Lernort in den Fokus genommen.

Die Betriebe, die für das Projekt gewonnen werden, sollen durch intensive Beratung in die Lage versetzt werden, zukünftig nicht nur zu reagieren, sondern auch systematisch und strategisch zu handeln. Die Beratung findet prozessbegleitend statt.

Weiterhin gehört zu den Aufgaben des Projektes

  • die Entwicklung, Erprobung, Durchführung (organisatorisch) und Verankerung modularer Schulungen in den o.g. Bereichen
  • das Aufbauen und Etablieren von Schulungssystemen für die genannte Zielgruppe sowohl bei betrieblichen als auch bei offenen, also jedermann zugänglichen Schulungen
  • das Entwickeln und Erproben neuer Konzepte mit der entsprechenden neu eingerichteten Fachstelle auf Bundesebene.

An wen wendet sich das Projekt?

Innerhalb und außerhalb der Betriebe der lokalen Ökonomie und der Ethnischen/"Migrantenökonomie" gehören zu den Zielgruppen dieses Projektes:

  • Menschen, die als Erwachsene nach Deutschland zugewandert sind: Für sie spielen bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen der Erwerb von zusätzlichen beruflichen Teilqualifikationen und (zertifizierten) berufsbezogenen Deutschkenntnisse eine wichtige Rolle.
  • Menschen mit Zuwanderungshintergrund, die in Deutschland aufgewachsen und zur Schule gegangen sind: Sie benötigen häufig zusätzliche berufliche Teilqualifikationen und ausreichende Kompetenzen im Schriftsprachlichen, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Menschen, die mit Zugewanderten/Migranten arbeiten: Kenntnisse über Diversity Management und Interkulturelle Kompetenz verbessern die produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit. Ebenso sind interkulturelle Kompetenzen der MitarbeiterInnen auch in der konkreten betrieblichen Arbeit (Werbung, Schaufenstergestaltung, Kundenansprache, Angebotsauswahl) nutzbar.

An wen wenden sich Interessierte?

Projektmitarbeiterin:

Beate Mertens

Volkshochschule Duisburg
Steinsche Gasse 26
47051 Duisburg
Tel: 0203 / 283 - 6174
Fax: 0203 / 283 - 3944
E-Mail: b.mertens(at)stadt-duisburg.de

Projektleitung:

Barbara Aldag

Volkshochschule Duisburg
Deutsch als Zweitsprache
Steinsche Gasse 26
47051 Duisburg
Tel: 0203 / 283-2655
Fax: 0203 / 283-3944
E-Mail: b.aldag(at)stadt-duisburg.de

Beratender Projektmitarbeiter:

Volker Heckner

Volkshochschule Duisburg
Wirtschaft, Unternehmensservice, Projekte
Steinsche Gasse 26
47051 Duisburg
Tel: 0203 / 283-3761
Fax: 0203 / 283-4101
E-Mail: v.heckner(at)stadt-duisburg.de

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