6. Duisburger Fachtag Kindertagespflege

Einen ganzen Samstag trafen sich 80 Duisburger Kindertagespflegepersonen, um sich in Workshops zu verschiedenen Themen fortzubilden. In bewährter Kooperation veranstalteten das Jugendamt der Stadt, die AWO-Duisburg und die Volkshochschule Duisburg am 21. April den nunmehr 6. Duisburger Fachtag in der VHS im Stadtfenster. Dabei war die Nachfrage wie in den letzten Jahren ungebrochen groß. Es mussten fast 30 Interessentinnen und Interessenten abgelehnt werden.

Dieses Mal gab es als Reaktion auf die Rückmeldungen der vergangenen Jahre keinen einführenden Fachvortrag. Stattdessen wurden die fünf geplanten Workshops einmal vor- und einmal nachmittags angeboten, damit möglichst viel Teilnehmende an ihrem favorisierten Workshop teilnehmen konnten. Das konnte in den letzten Jahren nicht gewährleistet werden, da bei nur einer Durchführung der Workshops zum Schluss natürlich nur noch verfügbare Workshopplätze verteilt werden konnten - unabhängig vom Wunsch der Teilnehmenden. Dieses Mal konnten alle ihren Workshop erster Wahl und zwei Drittel als zweiten Workshop den ihrer zweiten Wahl besuchen.

Die Workshops deckten inhaltlich ein breites Spektrum ab:
In der "Kreativwerkstatt - auf Entdeckungsreise mit Tütenkasper & Co" wurden neue Ideen für Spiel, Singen und vielerlei Materialerfahrungen (Basteln) vorgestellt und ganz praktisch selber erprobt.
Der zweite Workshop beschäftigte sich mit der Moralerziehung von Kleinkindern: „Gute Kinder kommen in den Himmel. Böse Kinder kommen überall hin!? - Wie können Tagespflegekräfte die moralische Entwicklung ihrer Tagespflegekinder unterstützen?". Hier wurde anhand von ganz praktischen Fragen rund um Regeln und Verhalten, wie z.B. "Warum sollte ich mein Zimmer aufräumen?" oder "Weshalb darf ich anderen Kindern ihr Spielzeug nicht wegnehmen?" erarbeitet, wie die Moralentwicklung von Kindern gefördert werden kann.
Um die eigene Work-Life-Balance ging es im dritten Workshop "Zerrissen zwischen den vielen Ansprüchen?". Hier wurde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, wie man den Ansprüchen im Spannungsfeld der betreuten Kinder, deren Eltern, der eigenen Familie und den eigenen Wünschen gerecht werden kann, ohne sich selbst völlig aufzugeben.
Die Montessoripädagogik als Alternative oder Ergänzung zu den gängigen Erziehungskonzepten in der Kindertagespflege war Inhalte des vierten Workshops, denn sie bietet gerade für den U3-Bereich interessante Ideen und Methoden für die frühkindliche Förderung und Entwicklung.
Wie man adäquat mit dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdungen umgeht, war das Thema des fünften Workshops. Welche Methoden es hier gibt, um in den Dialog zu treten und die Hypothesen zu überprüfen, wurde gemeinsam erarbeitet.
Und in den Pausen kam natürlich auch der Erfahrungsaustausch und das Netzwerken nicht zu kurz.