Titel:

Antisemitische Ausschreitungen in Duisburg, März 1933: Vor über 1000 Schaulustigen treibt ein SS-Trupp den Vorsteher der ostjüdischen Gemeinde am Stadttheater vorbei.

Foto:

Stadtarchiv Duisburg

Design:

Frau Gitta Hülsmann

Begleitprogramm zur Ausstellung "Deportiert ins Ghetto"

Begleitend zur der Wanderausstellung "DEPORTIERT INS GHETTO - Die Deportationen aus dem Rheinland im Herbst 1941 ins Ghetto Litzmannstadt (Lodz)" findet am Sonntag, dem 27. Januar 2019 um 12.00 Uhr, ein Kammerkonzert mit Werken verfolgter Komponisten im Kultur- und Stadthistorischen Museum statt.

Andreas Oberaigner (Klarinette), Jie Zhou (Harfe) und Stephan Dreizehnter (Flöte) spielen Werke von Olivier Messiaen, Paul Ben-Haim, Ernst Krenek, Theo Smit Sibinga und Leo Smit.

Der Eintritt zum Konzert und zur Ausstellung beträgt für Erwachsene 4.50 €, ermäßigt 2 €.





Programm 

Olivier Messiaen (1908-1992)

"Abime des oiseaux"  für Klarinette solo (1940)   

(aus "Quatuor pour la Fin du Temps")

Das Stück entstand 1940/41 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager bei Görlitz

 

Ernst Krenek (1900-1991)

Sonatine für Flöte und Klarinette op.92/2b  (1942)

1. Allegretto comodo

2. Adagio

3. Vivace

Krenek stammte aus Wien. Er studierte in seiner Heimatstadt Komposition. In den 1920er Jahren wurde er durch seine Jazz-Oper "Jonny spielt auf" bekannt; später orientierte er sich an der Zwölftontechnik Arnold Schönbergs. Die Nazis lehnten seine Kunst ab. Krenek emigrierte 1938 nach dem "Anschluss" Österreichs in die USA, wo er als Komponist und Hochschullehrer wirkte.

 

Theo Smit Sibinga (1899-1958)

Trois Image pour Flute et Harp  (1954)

1. Dialogue (Faune et Gnome)

2. Le Coquelicot enjoleur

3. L´etany endormi et la libellule

Geboren auf Java (Niederländisch-Indien), studierte Smit Sibinga zunächst Cello, musste seine Karriere als Cellist aber aufgrund einer Erkrankung an der Hand aufgeben. Als Dirigent und Komponist wirkte er an verschiedenen Orten in Niederländisch-Indien. Nach der japanischen Invasion in Niederländisch-Indien geriet Theo Smit Sibinga in Kriegsgefangenschaft. Aus der harten Lagerhaft wurde er 1945 befreit und kehrte in die Niederlande zurück, wo er als Musiklehrer in Amsterdam arbeitete.

 

Paul Ben-Haim (1897-1984)

Three Songs withour Words  (1952)

1. Arioso

2. Ballad

3. Sephardic Melody

Ben-Haim wurde in München geboren, wo er auch Komposition und Klavier studierte. 1933 floh er vor den Nazis nach Israel und arbeitete als Komponist und Dirigent in Tel Aviv.

 

 

Leo Smit (1900-1943)

Trio pour Flute, Clarinet et Harpe  (1926)

Smit wurde in Amsterdam geboren. Er stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Familie. Nach seinem Klavier- und Kompositionsstudium arbeitete er als Dozent am Amsterdamer Konservatorium, zwischenzeitlich auch als Komponist in Paris. Nach der deutschen Invasion wurde Smit von den Nazis in Amsterdam verfolgt. Im April wurde er mit seiner Frau über das Durchgangslager Westerbork in das Vernichtungslager Sobibor verschleppt und dort ermordet.

 

Kultur- und Stadthistorisches Museum

Johannes Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg

27. Januar 2019, Beginn: 12 Uhr