Begleitprogramm zur Ausstellung "Deportiert ins Ghetto"

Im Rahmen der Ausstellung "Deportiert ins Ghetto" zeigt das Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie den Dokumentarfilm "LINIE 41" von Tanja Cummings, Deutschland 2015.
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Nach 70 Jahren kehrt Nathan Grossmann nach Lodz zurück, an die Stätte des ehemaligen Ghettos Litzmannstadt. Er hat das Ghetto überlebt. Jetzt stellt sich der 90-Jährige erneut seiner Vergangenheit und folgt den Spuren seiner Familie: denen der Eltern, die im Ghetto sterben, und denen seines Bruders, die sich 1942 hier verlieren.

Nathan Grossmanns Suche kreuzt sich mit der von Jens-Jürgen Ventzki, Sohn des damaligen NS-Oberbürgermeistes von Lodz-Litzmannstadt. Auch er sucht Klarheit in der bedrückenden Vergangenheit, folgt den Taten seines Vaters, eines ranghohen Nationalsozialisten.

In Lodz - vor dem Krieg mit 670.000 Einwohnern etwa so groß wie Köln, - wurde seit Januar 1940 ein "jüdisches Wohngebiet" errichtet, mit Stacheldraht abgetrennt und streng bewacht. Es wurde das zweitgrößte Ghetto des Krieges und es sollte am längsten bestehen. Das Leiden der gefangenen Juden war sichtbar und öffentlich, täglich fuhr mehrere Male eine Straßenbahn durch das Ghetto. Für die Gefangenen war sie Sinnbild der eigenen Ohnmacht und zugleich der Gleichgültigkeit derer, die mit ihr fuhren: Deutsche und Polen, Frauen und Männer der Stadt als Zuschauer des Unrechts. Die Straßenbahn wird zu einem universalen, zeitlosen Symbol für Sprachlosigkeit und die immerwährende Gefahr, dass eklatantes Unrecht vor aller Augen geschehen und umgesetzt werden kann.



Ort:         Kultur- und Stadthistorisches Museum

Datum:   Sonntag, 09.12.2018

Uhrzeit:  12:00 Uhr