Hausanschrift

Amt für Umwelt und Grün
31-1 Abteilung Umweltschutz
Friedrich-Wilhelm-Str. 96
47051 Duisburg

Kontakt

Frau Lea Hoffmann
Telefon: 0203-283 6871
Telefax: 0203-283 4643
E-Mail: lea.hoffmann@stadt-duisburg.de

Fluglärm

Fluglärm zählt neben dem Straßen- und Schienenverkehrslärm ebenfalls zum Verkehrslärm und wird während des Fluges von Flugzeugen oder Hubschraubern verursacht. Die Flugrouten des Düsseldorfer Flughafens sind maßgeblich für den Fluglärm in Duisburg.

Lärmbeschwerden wegen Flugzeuglärm im unmittelbaren Einflussbereich vom Flughafen Düsseldorf werden vom Amt für Umwelt und Grün an die zuständige Stelle weitergeleitet.

Was ist Fluglärm und wie entsteht dieser?

Fluglärm zählt neben dem Straßen- und Schienenverkehrslärm ebenfalls zum Verkehrslärm und wird während des Fluges von Flugzeugen oder Hubschraubern verursacht. Die Triebwerke (bzw. Rotorblätter bei Hubschraubern) und die Wirbel der umströmenden Luft am Luftfahrzeug lassen während Start bzw. Landung und während des Fluges Lärm entstehen.

Triebwerksprobeläufe und Rollbewegungen hingegen, zum Beispiel durch den Rollverkehr der Luftfahrzeuge von der Start-/Landebahn zur Abstellposition, werden dem Bodenlärm bzw. Gewerbelärm zugordnet und sind demnach kein Verkehrslärm. Im Gegensatz zu Straßen- und Schienenlärm tritt Fluglärm im Wesentlichen nicht entlang der gesamten Wegstrecke ein, sondern konzentriert sich in der Regel auf die unmittelbare Flughafenumgebung im Bereich der An- und Abflüge.

Während des Abflugs ist der Lärm besonders laut, da die Triebwerke beim Start mit hoher Leistung arbeiten. Dieser Triebwerkslärm setzt sich zusammen aus den Geräuschen die beim Auftreten des Abgasstrahls auf die umgebenden Luftschichten entstehen, sowie aus den Geräuschen der rotierenden Luftschaufeln und der Kerosinverbrennung im Inneren des Triebwerks.

Beim Anflug hingegen spielt hauptsächlich der durch den höheren Luftwiderstand entstehende Lärm wie z.B. durch ausfahrende Landeklappen oder das Fahrwerk eine enorme Rolle. Dieser aerodynamische Lärm resultiert aus der verdrängten Luft, die während des Fluges den Flugzeugkörper umfließt und an Reibungsflächen verwirbelt wird.

Im Straßen- und Schienenlärm gibt es meist Abschirmungseffekte durch Gebäude, sodass es in der Regel stets eine dem Lärm abgewandte Seite gibt. Beim Luftverkehr hingegen gibt es diese nicht und  Reflexionen können den Schallpegel noch erheblich vergrößern.

Wissenschaftliche Forschungen haben ergeben, dass Fluglärm stärker und beeinträchtigender wahrgenommen wird als Verkehrslärm. Dies liegt vor allem an den starken Pegeländerungen. Auf Phasen extrem starken Lärms (Ab- und Anflüge) folgen in unregelmäßigen Abständen ruhige Phasen, sodass keine Anpassung an den höheren Geräuschpegel erfolgen kann. Zum anderen führen unterschiedliche Frequenzspektren zu einem erhöhten Lärmempfinden.


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Flugbewegungen über dem Stadtgebiet von Duisburg

Fluglärm - ab und Anflugrouten Düsseldorger Flughafen
Abbildung 1: Fluglärm - Ab und Anflugrouten Düsseldorfer Flughafen (Quelle: http://www.dus.com/dus/flugrouten)

Wie in der oberer Abbildung zu sehen ist, sind die Flugrouten des Düsseldorfer Flughafens maßgeblich für den Fluglärm in Duisburg.

In der Regel starten und landen Flugzeuge gegen den Wind. Da der Wind in unserer Region hauptsächlich aus westlichen Richtungen kommt, werden ca. 80% aller Starts und Landungen in Richtung Westen über Ratingen/Essen durchgeführt. Der Überwiegende Anteil der Abflüge erfolgt über die nördlichen Routen - ca. 27% der Abflüge erfolgen über das Duisburger Stadtgebiet (Flugroute SONEB/MEVEL).

Wie in den folgenden zwei Abbildungen zu sehen ist, weichen die Flugzeuge bei bestimmten Wetterlagen jedoch von der eigentlichen Flugroute ab und verteilen sich über dem Duisburger Stadtgebiet. Das gilt im Besonderen für die Abflüge (siehe Abbildung 2), aber auch in Teilen für die Anflüge (Abb.3). Auf der Internetseite der Deutschenflugsicherung - DFS können sowohl die aktuellen Flugverläufe als auch die der letzten 2 Wochen dargestellt werden.


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Abbildung 2: Abflüge im Zeitraum vom 5. - 18. MaiGroßbildansicht
Abbildung 2: Abflüge im Zeitraum vom 5. - 18. Mai (Quelle: Deutsche Flugsicherung)


Abbildung 3: Anflüge im Zeitraum vom 5.- 18. MaiGroßbildansicht
Abbildung 3: Anflüge im Zeitraum vom 5.- 18. Mai (Quelle: Deutsche Flugsicherung)


Betroffenheit durch die An- und Abflüge des Düsseldorfer Flughafens

Der Düsseldorfer Flughafen verzeichnet etwa 220.000 Flugbewegungen pro Jahr (An- und Abflüge) - das sind etwa 45 Flugbewegungen pro Stunde. Derzeit plant der Flughafen Düsseldorf eine räumliche  Flughafen- sowie Kapazitätserweiterung. Konkret geplant ist die Heraufsetzung der Flugbewegungen von 45 auf 60 pro Stunde zu den "nachfragestarken Tageszeiten". Das bedeutet zu diesen Zeiten Starts und Landungen im 60- statt wie bisher im 90-Sekundentakt. Eine Ausweitung des Flugverkehrs von 22 bis 6 Uhr ist nach Angaben des Flughafenbetreibers nicht vorgesehen.

Bereits heute sind vor allem der Duisburger Süden (Serm und Mündelheim) sowie Bergheim und Rheinhausen im Westen von Fluglärm betroffen. Insbesondere bei Ostwinden wird auf diese Flugrouten ausgewichen. Diese Situation trifft ungefähr auf 20-30% der An- und Abflüge zu.

Die Flughöhen der startenden Flugzeuge variieren beim Eintritt in den Duisburger Luftraum stark, denn es gibt zwischen den einzelnen Flugzeugtypen Unterschiede im Steigungsvermögen. Auch die Lufttemperatur und der Luftdruck sowie die Beladung des Flugzeuges spielen eine erhebliche Rolle. Die in Richtung Westen startenden und anschließend das Gebiet der Stadt Duisburg überquerenden Flugzeuge haben in der Regel beim Eintritt in den Duisburger Luftraum (z.B. Duisburg-Serm) eine Höhe von ca. 3.000 bis 6.000 Fuß (ca. 914 bis 1829 Meter) erreicht. Bei Überfliegen des Stadtteils Rheinhausen werden ungefähr 6.000 bis 8.000 Fuß erreicht.

Die in Richtung Osten startenden und dann über Duisburg weiterfliegenden Flugzeuge haben, wenn sie das Gebiet der Stadt Duisburg erreicht haben, in der Regel bereits eine Höhe von über 10.000 Fuß erreicht.

Neben der Flughöhe sind auch die Flugzeugtypen für die Lärmintensität ausschlaggebend. Die folgende Abbildung (Abb.4) verdeutlicht die Lärmintensität in Abhängigkeit von der Flughöhe der unterschiedlichen Flugzeugtypen. Die drei oberen Kurven entsprechen großen, mittelgroßen und kleinen Düsenflugzeugen beim Start - die unteren drei Kurven stellen die Situation während der Landung dar.  


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Abbildung 4: Schallpegelabnahme mit der Sichtentfernung (Darstellung verändert nach BVF)Großbildansicht
Abbildung 4: Schallpegelabnahme mit der Sichtentfernung (Darstellung verändert nach BVF)


Bürgerbeschwerden über Fluglärm

Ähnlich wie in anderen Nachbarstädten gibt es auch in Duisburg regelmäßig Bürgerbeschwerden über belästigenden Fluglärm. Ab Mitte Juli wird in Duisburg- Serm sechs Wochen lang eine mobile Messstation für Fluglärm installiert. Diese Messstation nimmt nicht nur die Lautstärke auf, sondern auch Anzahl und Flughöhe der Flugbewegungen (Ergebnisse werden hier bekannt gegeben?).

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Minderungsmöglichkeiten des Fluglärms

Zur Verminderung der Fluglärmproblematik können nur bedingt Maßnahmen ergriffen werden, da - anders als beim Straßen- bzw. Schienenlärm - die Lärmausbreitung sehr diffus ist und größtenteils von oben auf die Immissionsorte trifft. So sind passive Schallschutzmaßnahmen wie die Errichtung von Lärmschutzwänden - gegen den Bodenlärm auf dem Flugplatzgelände geeignet - nicht aber für den eigentlichen Luftverkehr.

Allerdings besteht im Luftverkehr die Möglichkeit die Lärmquelle zu verändern. Die Flugrouten können in ihrem lateralen (um Ortschaften herum) oder vertikalen (im Höhenprofil) Verlauf so angepasst werden, dass eine Mehrbelastung der Bevölkerung vermieden wird.

Durch Betriebsbeschränkungen wie Nachtflugverbote (Verlagerung von Flügen von der Nacht/Nachtrandstunden von 22 bis 24 Uhr in den Tageszeitraum) kann zudem ordnungsrechtlich eine Fluglärmminderung erzielt werde.


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Gesetzt zum Schutz gegen Fluglärm (FlugLärmG)

Seit dem 31. Oktober 2007 ist das Gesetzt zum Schutz gegen Fluglärm (FlugLärmG) in Kraft getreten. Mit dessen Novellierung wurden die maßgeblichen Grenzwerte für die Festsetzung von Lärmschutzbereichen abgesenkt und für Flugplätze mit relevantem Nachtflugbetrieb erstmals eine Nacht-Schutzzone eingeführt. Diese Schutzzonen gliedern sich folgendermaßen und beinhalten folgende Nutzungsbeschränkungen:

  • Tag-Schutzzone 1: Aufwendungserstattungen für bauliche Schallschutzmaßnahmen bei vorhandenen Gebäuden, kein Neubau von Wohnungen
  • Tag-Schutzzone 2: Auflagen für bauliche Schallschutzmaßnahmen bei der Errichtung von Wohnungen
  • Nacht-Schutzzone: Aufwendungserstattungen für bauliche Schallschutzmaßnahmen bei vorhandenen Gebäuden, kein Neubau von Wohnungen

In allen Schutzzonen ist die Errichtung schutzbedürftiger Einrichtungen (Krankenhäuser, Schulen, etc.) verboten.


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Zusätzliche Minderungsmaßnahmen des Düsseldorfer Flughafens

Neben den bereits genannten Minderungsmaßnahmen werden am Düsseldorfer Flughafen noch folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Lärmschutzhalle für Triebwerksprobeläufe
  • Beschränkung des Nachtflugbetriebs
  • Höhere Landeentgelte für laute Flugzeuge
  • Lärmarme Abflugrouten
  • Permanente Fluglärmkontrolle
  • Bauliche Lärmschutzmaßnahmen/Lärmschutzprogramm, Außenwohnbereichsentschädigung

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Fluglärmkommission

Am Flughafen Düsseldorf ist auf Grundlage des Fluglärmgesetzes eine Kommission eingerichtet, die die Genehmigungsbehörden berät. Die Mitglieder der Fluglärmkommission sind u. a. Städte- und Gemeindevertreter, Vertreter der Deutschen Flugsicherung, der Fluggesellschaften, des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums, der Staatskanzlei, der Bundesvereinigung gegen Fluglärm und des Flughafens. Am Flughafen Düsseldorf International ist die Kommission mit rund 25 Vertretern besetzt, da gleich mehrere Städte und Gemeinden in den von Fluglärm betroffenen Gebieten rund um den Airport liegen.

Etwa zweimal im Jahr treffen sich die Teilnehmer der Kommission, deren Beschlüsse für die Genehmigungsbehörden und die DFS empfehlenden Charakter haben.

Die Stadt Duisburg wird von Herrn Neuhoff, Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement, Tel.: 0203 283 3625,E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik vertreten..


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Ansprechstellen

Für Fragen rund um Fluglärm und Lärmmanagement hat die Bezirksregierung Düsseldorf auf Ihrer Homepage folgende Kontaktdaten zusammengestellt:

  • Flughafen Düsseldorf: Flughafen Düsseldorf GmbH - Team Nachbarschaftsdialog und Immissionsschutz:

    • Veronika Bappert - Leiterin Nachbarschaftsdialog, Umwelt und Nachhaltigkeit,
      Tel.: 0211 421-2081
    • Karthika  Jeyanthan - Nachbarschaftsdialog, Umwelt und Nachhaltigkeit /  Fluglärmmessung, Tel.: 0211 421-20229
    • Rüdiger  Schupp - Nachbarschaftsdialog, Umwelt und Nachhaltigkeit /  Fluglärmmessung / Lärmbeschwerden, Tel.: 0211 421-2130

    DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

    Michael Ludwig, Tel: 0211 4154-121, Fax: 0211 4154-129

     

    Bez. Reg. Düsseldorf, Dez. 26 Luftverkehr

    • Nadine Schneider, Tel.: 0211 475-4450
    • Thorsten Frisch, Lärmschutzbeauftragter Tel.: 0211 475-3709 Fax: 0211 475-3980

     

    Fluglärmkommission:

    Am Flughafen Düsseldorf ist auf Grundlage des Fluglärmgesetzes eine Kommission eingerichtet, die die Genehmigungsbehörden berät. Die Mitglieder der Fluglärmkommission sind u. a. Städte- und Gemeindevertreter, Vertreter der Deutschen Flugsicherung, der Fluggesellschaften, des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums, der Staatskanzlei, der Bundesvereinigung gegen Fluglärm und des Flughafens. Am Flughafen Düsseldorf International ist die Kommission mit rund 25 Vertretern besetzt, da gleich mehrere Städte und Gemeinden in den von Fluglärm betroffenen Gebieten rund um den Airport liegen.

    Etwa zweimal im Jahr treffen sich die Teilnehmer der Kommission, deren Beschlüsse für die Genehmigungsbehörden und die DFS empfehlenden Charakter haben.

    Vorsitzender Lärmschutzkommission: Bürgermeister Thomas Gossen, Bahnstr. 15, 47918 Thönisvorst Tel: 02151/999136, Fax: 02151/999311

    Die Stadt Duisburg wird von Herrn Neuhoff, Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement, Tel.: 0203 283 3625,E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik vertreten