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Lokalkonferenzen

Lokalkonferenzen im Rahmen des gemeinsamen Programms mit der Vodafone Stiftung: "Talente - Elterndialoge neu denken, Übergänge gestalten"

Junge mit einer Tafel auf der das Wort Talente geschrieben steht.Großbildansicht

Das Programm Talente - Elterndialoge neu denken, Übergänge gestalten fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Bildungspraxis und unterstützt die Umsetzung konkreter Verbesserungsmaßnahmen im Bereich der sozialräumlichen Elternarbeit. Es nutzt die kollektive Intelligenz der Beteiligten (Lehrerkollegien, ErzieherInnen, MitarbeiterInnen aus Beratungsinstitutionen, Jugendamt u.a.) und unterstützt diese durch Vernetzung, Fortbildung und die Verbreitung innovativer Ansätze.
Im Jahr 2011 startete die Vodafone Stiftung in Kooperation mit DuisburgBildung, dem Programm "Lernen vor Ort", dem Jugendamt der Stadt Duisburg und der ELTERN-AG eine Ausweitung der Maßnahmen im Bereich Elternarbeit in zwei Duisburger Stadtteilen (Homberg-Hochheide und Hochfeld).
Im Folgenden soll eine erste Bilanz gezogen werden.


Ziele der Programm-Phase II in Kürze dargestellt

Das übergeordnete Ziel des Talente-Programms ist der Abbau sozialer Ungleichheiten durch die verstärkte Einbindung der Eltern in den Bildungsprozess ihrer Kinder. Intellektuelle Ressourcen sollen herkunftsunabhängig zur Entfaltung gebracht werden. Dazu setzt das Programm auf drei Ebenen an:
1. Eltern stärken
2. Institutionen stärken
3. Lokale Bildungspartnerschaften stärken


Durchgeführte Maßnahmen auf den drei Zielebenen

Im Rahmen von Talente wurde in den Jahren 2011 und 2012 in Kooperation mit DuisburgBildung, dem Jugendamt der Stadt Duisburg und dem Projekt ELTERN-AG ein Coaching-Programm für benachteiligte Familien aufgesetzt. Ziel ist es, die Erziehungskompetenz der Eltern und somit die Lebenssituation und Bildungschancen der Kinder zu verbessern. Ausgebildete MentorenInnen vermitteln in Elterngruppen Grundlagen der Kindererziehung sowie Methoden zur Stressbewältigung und ermöglichen den TeilnehmerInnen direkten Austausch mit anderen Eltern sowie die Bildung von Nachbarschaftsnetzwerken. Um die Eltern zu fördern, wird auf Freiwilligkeit und Erfahrungsaustausch gesetzt.
Die Magdeburger Akademie für praxisorientierte Psychologie (MAPP e.V.) hat 16 pädagogische Fachkräfte für die Anleitung sogenannter Eltern-AGs ausgebildet, die regionale Coaching-Gruppen für die Elternzielgruppe aufbauen und moderieren. Die ersten Erfahrungen sind sehr ermutigend, die Nachfrage hoch. Man trifft sich wöchentlich für zwei Stunden und kommt ins Gespräch über die relevanten Fragen rund um die Erziehung. Mit diesem niedrigschwelligen Angebot wird die Zielgruppe der bildungsfernen Familien erreicht und stabile Gruppen aufgebaut. Sowohl das Jugendamt als auch die Freien Träger und Wohlfahrtsverbände sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf und setzen stark auf die präventive Wirkung dieses Peer-Group-Trainings zur Stärkung der Elternkompetenz. Auswertungen des MAPP e.V. über alle bisherigen deutschlandweiten Eltern-AGs dokumentieren den Erfolg: 80 % der Teilnehmenden bleiben bis zum 20. Treffen dabei, 65% treffen sich auch nach einem Jahr noch regelmäßig (Quelle: wwww.eltern-ag.de).
Zukünftig werden die Fachkräfte der Duisburger Einrichtungen noch stärker über dieses Angebot informieren und Eltern an die Eltern-AGs verweisen. Die Nachhaltigkeit des Angebotes ist durch die Anbindung an die Regelangebote des Duisburger Jugendamtes gewährleistet.


I. Eltern stärken

Im Rahmen von Talente wurde in den Jahren 2011 und 2012 in Kooperation mit DuisburgBildung, dem Jugendamt der Stadt Duisburg und dem Projekt ELTERN-AG ein Coaching-Programm für benachteiligte Familien aufgesetzt. Ziel ist es, die Erziehungskompetenz der Eltern und somit die Lebenssituation und Bildungschancen der Kinder zu verbessern. Ausgebildete MentorenInnen vermitteln in Elterngruppen Grundlagen der Kindererziehung sowie Methoden zur Stressbewältigung und ermöglichen den TeilnehmerInnen direkten Austausch mit anderen Eltern sowie die Bildung von Nachbarschaftsnetzwerken. Um die Eltern zu fördern, wird auf Freiwilligkeit und Erfahrungsaustausch gesetzt.
Die Magdeburger Akademie für praxisorientierte Psychologie (MAPP e.V.) hat 16 pädagogische Fachkräfte für die Anleitung sogenannter Eltern-AGs ausgebildet, die regionale Coaching-Gruppen für die Elternzielgruppe aufbauen und moderieren. Die ersten Erfahrungen sind sehr ermutigend, die Nachfrage hoch. Man trifft sich wöchentlich für zwei Stunden und kommt ins Gespräch über die relevanten Fragen rund um die Erziehung. Mit diesem niedrigschwelligen Angebot wird die Zielgruppe der bildungsfernen Familien erreicht und stabile Gruppen aufgebaut. Sowohl das Jugendamt als auch die Freien Träger und Wohlfahrtsverbände sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf und setzen stark auf die präventive Wirkung dieses Peer-Group-Trainings zur Stärkung der Elternkompetenz. Auswertungen des MAPP e.V. über alle bisherigen deutschlandweiten Eltern-AGs dokumentieren den Erfolg: 80 % der Teilnehmenden bleiben bis zum 20. Treffen dabei, 65% treffen sich auch nach einem Jahr noch regelmäßig (Quelle: wwww.eltern-ag.de).
Zukünftig werden die Fachkräfte der Duisburger Einrichtungen noch stärker über dieses Angebot informieren und Eltern an die Eltern-AGs verweisen. Die Nachhaltigkeit des Angebotes ist durch die Anbindung an die Regelangebote des Duisburger Jugendamtes gewährleistet.


II. Institutionen stärken

Dem Bedarf der Akteure entsprechend wurden Fortbildungen für Fach- und Leitungskräfte aus den Einrichtungen angeboten.

Den Dialog mit Eltern gestalten - Kommunikationstraining
Je Stadtteil wurde vom buddY e.V. eine Fortbildungsreihe mit vier Modulen zum Thema Kommunikation mit Eltern angeboten. Es nahmen jeweils durchschnittlich 16 Personen teil. Die Themen waren:

  • Bildungs- und Erziehungspartnerschaften gestalten
  • Kommunikationspsychologie, Grundlagen
  • Rahmenbedingungen, Strukturen und Methoden
  • Wissen über die Zielgruppe(n)
  • Eltern-Empowerment
  • kleine Anwendungsprojekte der Teilnehmer

Vielfalt begrüßen! - Interkulturelle Öffnung von Institutionen
Eine weitere viertägige, gemeinsame Fortbildung richtet sich an Leitungskräfte aus Kitas und Schulen beider Stadtteile. Sie wird in Kooperation von RAA und Dr. Mohammad Heidari (WAIK-Institut) im Herbst durchgeführt. Die Teilnehmenden erhalten Informationen, Anregungen und praxisrelevanten Hinweise, um ihre Rolle im Prozess der interkulturellen Öffnung besser gestalten zu können. Dazu gehören:

  • interkulturell relevante Anforderungen an Strukturen und Rahmenbedingungen in Bildungs- und Beratungseinrichtungen
  • Instrumente zur zielorientierten und indikatorengestützten Planung und Weiterentwicklung des interkulturellen Öffnungsprozesses
  • wichtigste Kernkompetenzen interkultureller Handlungsfähigkeit im operativen Bereich der Bildungs- und Beratungseinrichtungen
  • interkulturell relevante Ressourcen im Arbeitsfeld nutzen
  • wichtigste Einflussfaktoren auf die Kooperation mit Eltern und Migrantenorganisationen

Elterninformationsordner "Lernzeit gemeinsam gestalten - Informationen zur Bildung für Eltern in NRW
Mit dem Elterninformationsordner, der den Einrichtungen in hoher Auflage kostenlos zur Verfügung gestellt werden konnte, haben die Pädagoginnen und Pädagogen ein Instrument für die Elternbildungsarbeit in ihrer Einrichtung in der Hand, der auch an die Eltern weitergegeben werden kann. Der Ordner umfasst Hinweise zum Schulalltag, Tipps zur Unterstützung der Kinder und eine Checkliste zur Dokumentation der Entwicklung des Kindes. Eine ergänzende Handreichung für Fachkräfte der Einrichtung zur Nutzung des Ordners liegt ebenfalls vor. Auch außerschulische Einrichtungen planen diesen zukünftig bei der Durchführung von Elterninformationen und in Einzelberatungen einzusetzen.

Ausblick - Entwicklungsprojekte
Weiterhin sollen die Einrichtungen angeregt und dabei unterstützt werden, institutionsübergreifende Projekte aufzusetzen. Bisher gibt es zwar Ideen, aber wenig konkretes. Die Projektentwicklung wird deshalb bei der fünften Lokalkonferenz in den Blick genommen und forciert.


III. Lokale Bildungspartnerschaften stärken

Lokalkonferenzen der Akteure im Stadtteil
Die Vernetzung und Weiterentwicklung vorhandener Angebote erfolgt in guten Kooperationsstrukturen. Aufbauend auf der vorhandenen Struktur stadtteilbezogener Arbeitskreise, wurden die Akteure zu fünf Lokalkonferenzen eingeladen, um ihre Aktivitäten im Dialog mit den Elternhäusern gemeinsam zu reflektieren und in anschließenden Projekten zu bündeln.

Lokalkonferenz I
Start: Wertschätzen was ist

Lokalkonferenz II
Elternansprache und -beteiligung

Lokalkonferenz III
Übergänge begleiten

Lokalkonferenz IV
Vielfalt anerkennen - interkulturelle Öffnung

Lokalkonferenz V
Bilanz und Blick nach vorne

Lokalkonferenz VI
Einwanderer aus Süd-Ost-Europa

Lokalkonferenz VII
Offener Ganztag

Lokalkonferenz VIII
Umgang mit Kindern  mit Schmerz

Die Lokalkonferenzen dauerten jeweils vier Stunden und folgten demselben Schema:

  1. Input/Praxisber
  2. Einstieg/Reflektion zum Thema
  3. icht/Best Practice
  4. Themengruppen zur Weiterentwicklung der eigenen Praxis
  5. Absprachen zu konkreten Veränderung der Praxis im Stadtteil

Die Lokalkonferenzen wurden gut besucht, wobei erfreulicherweise auch Personen hinzukamen, die über die vorhandenen Arbeitskreise bisher nicht eingebunden waren. Neben VertreterInnen aus Schulen und Kindertagesstätten nahmen auch zahlreiche Personen aus anderen Einrichtungen des Stadtteils teil. Auch für neu im Stadtteil arbeitende Fachkräfte waren die Konferenzen eine gute Gelegenheit, Kontakt im Umfeld zu bekommen.

Die Zusammensetzung der Teilnehmerschaft variierte je nach Thema, wobei es eine besonders engagierte, kontinuierlich teilnehmende Kerngruppe gab, die zunehmend auch zum Träger weitergehender Projektinitiativen werden könnte. Aus Rückmeldungen geht hervor, dass die inhaltliche Fokussierung bei gleichzeitiger Offenheit für Anliegen der Akteure geschätzt wird. Besonders die Arbeit in Themengruppen, in der kollegial Lösungen und Ideen für vorhandene Probleme gefunden wurden, wurde als nützlich beschrieben.

Aus dieser Vielfalt konnten die Teilnehmenden umgehend Anregungen für die eigene Praxis mitnehmen. In der Zusammenschau wurde jedoch auch sichtbar, wo Brüche sind und in welchen Übergangssituationen die Begleitung der Kinder optimiert werden sollte.

Elterndialoge
In der Anfangsphase ging es stark darum, das Bestehende wertzuschätzen und wahrzunehmen. Es gibt vielfältige und durchaus erfolgreiche Bemühungen, mit allen Eltern einen guten Dialog in einer gelingenden Bildungspartnerschaft zu pflegen. Eltern sind (von wenigen Ausnahmefällen abgesehen) an einer guten Entwicklung ihrer Kinder interessiert und engagieren sich nach bestem Vermögen dafür. Die Bindung der Eltern an die Institutionen verändert sich im Laufe des Bildungsweges. Während die Kontakte in der Kitazeit täglich und unkompliziert möglich sind, verändert er sich im Übergang zur Grundschule und reduziert sich vor allem im Sekundarschulbereich nicht selten auf disziplinierende Gespräche. Hier wurden gezielt Maßnahmen und Aktivitäten für die positive Beziehungspflege und gegenseitige Vertrauensbildung ausgetauscht.

Übergänge
Die Entwicklung der Kinder wird durch die Fachkräfte intensiv begleitet und der Fortschritt bereits in der Kita dokumentiert ("Bildungsdokumentation"). Auch die Schulen fördern individuell und führen vermehrt fortlaufende Portfolios. Bekannt ist jedoch das Problem der Übergabe in Situationen des Übergangs, die aus Gründen des Datenschutzes nicht auf direktem Wege möglich ist. Hier bereits gefundene praktikable und einfache Lösungen besser auszutauschen und den Rahmen des Möglichen mutiger auszunutzen, bleibt eine wichtige Aufgabe für die Akteure.

Vielfalt - interkulturelle Öffnung
Das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen stellt alle Beteiligten immer wieder vor Herausforderungen, die sich im Laufe der Zeit durchaus verändern, so dass dieses Thema immer wieder auf die Agenda gehört. Intuitionen benötigen interne Verfahren, um sich immer wieder neu auf eine sich verändernde Klientel mit durchaus heterogenen Bedürfnissen einzustellen. Vor allen organisatorischen Maßnahmen steht jedoch die Sensibilisierung in diesem Bereich, der gelegentlich mit unbeabsichtigter Diskriminierung oder situativem Unverständnis einhergeht.

Ausblick
Alle Beteiligten wünschen sich die Fortführung der gefundenen Form der Lokalkonferenzen, da sie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit diversen Themen ermöglicht. Die Vodafone Stiftung wird bis zum 31.03.2013 die Kosten für die Organisation und Moderation übernehmen. Ab dann wird die Trägerschaft und Organisation in die Hand der lokalen Akteure übergehen. Vertreter der beiden Lokalkonferenzen haben bereits Interesse an der Mitwirkung signalisiert, das Projektteam "Lernen vor Ort" wird die Koordinierung und Moderation übernehmen.
Für die Fortführungsphase werden die herausgearbeiteten Schwerpunkte in den Fokus gestellt: Beziehungen im Elterndialog pflegen, Weitergabe von Informationen an Übergängen und Sensibilisierung für den Umgang mit der Heterogenität der Elternschaft.