Standort im Stadtplan

Mahnmal Erfahrbare Wände

Das Mahnmal der Künstlerin Gabriella Fekete vor dem unauffälligen Haus an der Ruhrorter Straße erinnert an die vier Duisburger Gewerkschafter, die am 2. Mai 1933 von den Schergen der Nationalsozialisten grausam ermordet wurden: Julius Birck, Emil Rentmeister, Michael Rodenstock und Johann Schlösser starben zwischen 19 und 21.30 Uhr im Keller des Hauses Ruhrorter Straße 11 (das jetzige Haus ist ein Neubau).
Mahnmal-Erfahrbare WändeGroßbildansicht

Die Künstlerin stellte auf den Bürgersteig vor das Haus Ruhrorter Straße 11 - zwischen Betonwänden eingezwängt -vier leere Stühle aus Eisen. Die leeren Stühle sind Symbol für Abschied und Abwesenheit. Sie laden zum Sitzen ein, zum Nachdenken und erinnern an das Geschehene, an die qualvolle Situation der Ermordeten. Die Betonwand verweist auf den Ort der Tat, den Keller. Gleichzeitig ist sie Ausdruck der Härte, der Unerbittlichkeit und Grausamkeit des damaligen Terrors. Die Namen der Gewerkschafter, ihre Geburtsdaten und ihr gemeinsames Todesdatum sind ein Aufruf zum Kampf gegen Unmenschlichkeit.

Auch wenn die Eindrücke und Erfahrungen, die der Betrachter im Dialog mit dem Mahnmal macht, unterschiedlich sein mögen, so gibt es doch zugleich eine eindringliche Botschaft, die allgemeine Gültigkeit hat. Sie findet sich auf dem aus Richtung Innenstadt gesehen ersten Betonelement wieder, das neben den Namen sowie den Lebens- und Sterbedaten der vier Gewerkschafter die Mahnung trägt "Erinnern lehrt Vorbeugen!" Genau die ist die zentrale Botschaft der Gedenkstätte.

Die Künstlerin Gabriella Fekete wurde 1944 in Budapest geboren. Sie lebt und arbeitet in Duisburg und erhielt 1976 das Wilhelm Lehmbruck Stipendium der Stadt Duisburg.


Standort:
Ruhrorter Straße 11

Künstler:
Gabriella Fekete

Material:
Beton und Eisen

Jahr:
1999

Maße:
1,25 m X 6,50 M X 1,00 m