Beteiligungsprozess

Bürger beteiligen sich und planen selbst einen Teil ihrer Stadt mit

Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der Bundesautobahn A 59 wurde der Bereich zwischen den bestehenden Brückenbauwerken Königsstraße und Portsmouthplatz durch ein Tunnelbauwerk im Jahr 2010 geschlossen. Durch diese Überdeckelung hat Duisburg eine zusätzliche innerstädtische Stadtfläche mit einer Gesamtgröße von ca. 23.000 qm dazu gewonnen. Dieser erweiterte Platzbereich wurde als neuer "Portsmouthplatz" benannt.

Der Portsmouthplatz gehört zu den zentralsten und wichtigsten Plätzen der Stadt. Das Eingangstor zur City ist gleichzeitig die Visitenkarte der Stadt. Wer mit der Bahn nach Duisburg kommt, nimmt als erstes den Bahnhof und den Bahnhofsplatz wahr. Hier prägt sich der erste Eindruck von Duisburg. Der Portsmouthplatz ist ein wichtiges Vernetzungselement in der Innenstadt. Über diesen und die südlich angrenzende Entwicklungsfläche "Duisburger Freiheit" soll die Innenstadt an die Grün- und Freiräume am Rhein und im Ortsteil Wedau angebunden werden.

Bei der Planung wurde ein für Duisburg innovativer, neuer Weg beschritten: Das gewählte "Charrette-Verfahren" garantierte die geforderte Transparenz und das gemeinsame Planen von Architekten, Stadtplanern, Fachplanern, Nachbarn und Nutzern sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe. Es hat sich als konsequent öffentliches Verfahren mit einer hohen Ziel- und Ergebnisorientierung bewährt und den Beteiligten viele positive Erfahrungen ermöglicht. Zur Erarbeitung der Platzstruktur und des Gestaltungsentwurfes wurden Fachdialoge und eine Leitbildwerkstatt und anschließend ein Charrette-Verfahren (einwöchiger Beteiligungsworkshop) durchgeführt. Zu diesen Beteiligungsverfahren waren Bürger sowie Vertreter der Politik, der Fachverwaltung und Träger öffentlicher Belange zur Mitwirkung eingeladen.

Durch diesen kooperativen Prozess wurde eine Duisburg spezifische Platzgestaltung erarbeitet. Insbesondere wurden Funktionen und Formen, Qualitäten und der Platzcharakter abschließend diskutiert, die städtebauliche Einbindung vertieft, Materialproben verglichen und vorgestellt, Rahmenbedingungen für die Durchführung von Veranstaltungen und die gestalterischen Parameter einer künstlerischen Inszenierung auf dem Platz aufgestellt.

Die Ergebnisse dieses Charrette-Verfahrens dienten als Grundlage für einen darauf folgenden Design- und Kunstwettbewerb.

Unter den folgenden Punkten können detaillierte Informationen zu den einzelnen Schritte des Beteiligungsprozesses vom Beginn der Verfahrensfindung (Open-Space) bis zur finalen Entwurfsplanung im Rahmen des Charrette-Verfahrens nachvollzogen werden.


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Open Space - Verfahrensfindung

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Am 26. Oktober 2012 fand in den Räumlichkeiten der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve eine sogenannte "Open Space-Veranstaltung" statt.

Fachdialoge

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Im Januar und Februar 2013 gingen drei Fachdialoge im Lehmbruck-Museum zur Gestaltung und Funktion von Bahnhofsplätzen der Leitbildwerkstatt und dem eigentlichen Charrette-Verfahren voraus.


Leitbildwerkstatt

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Die Leitbildwerkstatt fand am 19. und 20. Februar 2013 im City Palais unweit vom Bahnhofsplatz entfernt statt. Gemeinsam mit ca. 60 interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Akteuren wurden die künftigen Funktionen und die räumliche Gliederung des Bahnhofsplatzes erarbeitet.


Charrette-Verfahren

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Vom 18. bis zum 22. März 2013 fand in den Räumlichkeiten der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve die Charrette-Woche statt.

Skaterbeteiligung

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Zur Gestaltung der Skate-Anlage auf der Brücke Königstraße wurde mit Jugendlichen der Workshop "Rollen an der Platte" durchgeführt.