Wirtschaft & Kultur

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Die Innenstadt lebt von einer hohen Nutzungsdichte, wobei den wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten besondere Bedeutung zukommt und das Image der Stadt außerordentlich prägen. Als Oberzentrum muss Duisburg Anziehungskraft auf die Region ausüben durch beispielsweise ein Arbeitsplatzüberangebot, ein anziehendes Einzelhandelsangebot mit Erlebnischarakter oder durch hervorstechende Kulturveranstaltungen und Kultureinrichtungen. Die Stärkung des Büro-, Dienstleistungs- und Kulturprofils stellt neben einer Profilierung der Handelslage zentrale Bestrebungen des Masterplans Innenstadt von Lord Norman Foster dar. Die innerstädtische Wirtschaft soll innerhalb des integrierten Handlungskonzeptes weiter gestärkt und die City als lebendiges Quartier und Kulturraum stärker definiert werden.

Zur gezielten Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Duisburg hat die Stadt das Programm "impuls.duisburg" unter Einbindung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und regionaler Partner aufgelegt. Mit ihm soll ein Impuls für mehr Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum am Standort Duisburg ausgelöst werden. Ziel ist es, die bedeutenden Stärken und Potenziale der Duisburger Wirtschaftsstruktur zu identifizieren, zu stärken und inhaltliche Schwerpunkte für die kommunale Wirtschaftsförderung festzulegen. Dazu wurden auf stadtweiter Ebene die folgenden Kompetenzfelder für die Duisburger Wirtschaftsentwicklung identifiziert: Informations- und Kommunikationstechnologien, Material- und Werkstofftechnologien, personenbezogene Dienstleistungen, Umwelt- und Energietechnologien, Logistik und Städtetourismus. Für den zentralen Innenstadtbereich sind die Entwicklungen zum einen auf das Kompetenzfeld Städtetourismus abzuzielen, welches sich in den vergangenen Jahren bereits positiv entwickelt hat und v.a. im Bereich Tagungs- und Tagestourismus erweitert werden kann.

Tourismus und Dienstleistungsstandort stärken

Zum anderen sind Dienstleistungen und Büronutzungen zu fokussieren, die in den vergangenen Jahren ebenfalls deutlich erhöht werden konnten. Damit kann insbesondere der Dienstleistungssektor gestärkt werden, der im Vergleich zu anderen Städten ausbaufähig ist.

Stärkung interkultureller Ökonomie und Kultur

Als Besonderheit Duisburgs wird auch ein interkultureller Mehrwert gesehen, welcher sich bereits in einer vielfältigen und weitestgehend stabilen Wirtschaftsstruktur wiederspiegelt. Der Anteil an Existenzgründern durch Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wächst insbesondere im Bereich der personenorientierten Dienstleistungen und birgt auch weiterhin großes Potential. Hiervon sollen auch die innerstädtischen Lagen profitieren.

Auf die Innenstadt richtet sich der Fokus des Büroimmobilienmarktes, wozu die erfolgreiche Entwicklung des Standortes Innenhafen den wesentlichen Beitrag leistet. Duisburg weist aktuell eine geringe Leerstandsquote bei den Büroimmobilien auf, gleichzeitig besteht ein Engpass bei neuen oder renovierten Büros. Daher werden in den nächsten Jahren im Stadtzentrum weitere Büroentwicklungen geplant. Durch die Entwicklungsmöglichkeiten auf der "Duisburger Freiheit" und im Innenhafen bestehen mittel- bis langfristig sehr gute Perspektiven für die Weiterentwicklung des Bürostandortes Duisburg. Für den Erfolg der Entwicklungen sind aber nicht nur die guten vorhandenen harten Standortfaktoren ausschlaggebend, wie die besonders gute Erreichbarkeit, es gilt auch die weichen Standortfaktoren zu verbessern, beispielsweise durch die Schaffung eines attraktiven Wohnangebotes und Arbeitsumfeldes.

Die konzeptionelle Grundlage zur Entwicklung des Duisburger Einzelhandels auf gesamtstädtischer Ebene bildet das Einzelhandels- und Zentrenkonzept, welches im Jahr 2010 durch den Rat der Stadt beschlossen wurde. Ein Ziel daraus ist, die Einzelhandelszentralitätskennziffer von 103 % auf ein oberzentrales Niveau mit bis zu 120 % zu erhöhen, was den Ausführungen des abgestimmten "Regionalen Einzelhandelskonzeptes für das Westliche Ruhrgebiet und Düsseldorf" entspricht. Um dies Ziel zu erreichen, wurde im Norden des Stadtgebietes ein zweites Hauptzentrum ausgewiesen. Als Hauptmagnet dafür wird die Entwicklung eines Factory Outlet Center verfolgt, welches ein überregionales Einzugsgebiet bedienen würde. Die Stärkung und Entwicklung des Hauptzentrums Innenstadt ist jedoch der städtebaulich wichtigste Einzelhandelsstandort und verfolgt eine andere Ausrichtung. Die Innenstadt ist der bedeutendste und stadtbildprägendste Bereich, der durch seine Nutzungsvielfalt ein abwechslungsreiches öffentliches Leben generiert und gestaltet. Sie ist damit auch das Aushängeschild der Stadt und hat eine starke imageprägende Wirkung.

Stärken und konzentrieren der Handelslage

Als Einzelhandelsstandort muss die Stadt Duisburg ein identitätsstiftendes Profil etablieren um in einem polyzentrischen Raum in Konkurrenz zu Städten wie Düsseldorf, Essen oder Oberhausen mit dem aktuell erweiterten "CentrO" Kunden anziehen zu können. Als Oberzentrum ist es nicht nur Ziel, die Duisburger Kunden an die Stadt zu binden, sondern auch Käufer aus dem Umland anzusprechen. Als besondere Herausforderung der zentralen Handelslage wurde die eindimensionale Ausrichtung entlang der Südseite der Königstraße bereits im Masterplan Innenstadt bewertet, welche die Kunden dazu zwingt lange Wege in Kauf zu nehmen. Dem soll durch kompakte und ansprechende Lagen begegnet werden mit der Belebung eines Rundlaufs.

Für die Innenstadt wurde 2012 als zusätzlicher Baustein zum Einzelhandels- und Zentrenkonzept ein City-Monitoring eingerichtet, welches sich räumlich an der Ausdehnung des zentralen Versorgungsbereiches "Hauptzentrum Innenstadt" orientiert. Dies ermöglicht Trends und Entwicklungen zu erkennen und gemeinsam mit handelsbezogenen Akteuren auszuwerten. Die Ergebnisse des City-Monitoring aus dem Jahr 2012 unterstreichen zwar den Aufwärtstrend der Handelslage, sie machen aber auch einen Bedarf an innerstädtischer qualitativer Verkaufsfläche deutlich und weisen auf einen Bedeutungsverlust der Altstadt Süd als Einzelhandelsstandort einhergehend mit einer zunehmenden Anzahl an Leerständen und untergenutzten Ladenlokalen hin. Innerhalb des Integrierten Handlungskonzeptes soll das City-Monitoring weiter entwickelt werden, so dass durch dieses Instrument aktiv und steuernd in die Entwicklung der Handelslagen eingegriffen werden kann, um eine attraktive Nutzungsmischung langfristig zu entwickeln und zu sichern.

Kulturstandort stärken

Für die Innenstadt hat die dichte Kulturlandschaft in Ergänzung zu den wirtschaftlichen Aspekten eine besondere Erlebnisqualität und steuert zu einer positiven Imagewirkung bei. Kultur belebt, bildet und kulturelle Initiativen tragen zur Aufwertung ganzer Stadträume bei. So konnten im Innenhafen bereits industrielle Bauwerke erfolgreich kulturell neu definiert werden. In der Innenstadt befinden sich zentral mehrere Kultureinrichtungen die positiv auf ihr Umfeld wirken. Über die Region hinaus bekannt sind die Duisburger Philharmoniker, die Deutsche Oper am Rhein im Theaterverbund mit der Stadt Düsseldorf, das Wilhelm Lehmbruck Museum und die benachbarte Cubus Kunsthalle, das Kultur- und Stadthistorische Museum, das Museum Küppersmühle und das Museum DKM, welches durch eine private Stiftung finanziert wird. Ergänzt werden diese Kultureinrichtungen von regelmäßigen Veranstaltungen wie den Duisburger Tanztagen, Gastauftritten der Schauspielhäuser, das Kinder- und Jugendtheater KOM´MA oder den "Duisburger Akzenten". Ein Schwerpunkt der Breitenkultur ist im Dellviertel ansässig, wobei der Dellplatz mit dem dort ansässigen Programmkino Filmforum einen wichtigen Anker darstellt.

Darüber hinaus prägt Kunst im öffentlichen Raum und kann Orte definieren, Identitäten stiften und innerstädtische Zielpunkte verbinden. So werden die Brunnen entlang der Königstraße als sogenannte Brunnenmeile erkannt und erinnern an die Bedeutung Duisburgs als Europas größter Binnenhafen. Im Kantpark haben die Kunstinstallationen einen deutlichen Bezug zum darin befindlichen Lehmbruck Museum und mit der übergroßen Skulptur des "David" wird eine Sichtachse in die Düsseldorfer Straße erweitert. Es gilt, weitere zentrale Orte in der Innenstadt gezielt über Kunst und Kultur in öffentlichen Räumen zu verbinden und darüber Verweilqualitäten zu schaffen.

Vitales Wirtschafts- und Kulturleben stärken und profilieren

In Summe sollen sich über zukunftsweisende Dienstleistungsstandorte, anziehenden Einzelhandel und eine kreative Kulturlandschaft lebendige und vielfältige Stadträume etablieren, Lagen verbinden und mit einem positiven Image profilieren. Das Integrierte Handlungskonzept knüpft hier an den Handlungserfordernissen mit diversen öffentlichen Investitionen an. Ein Großteil der definierten Ziele dieses Handlungsfeldes, insbesondere im Wirtschaftsbereich, wird durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit privaten Investoren umgesetzt. Die Projekte können in den nächsten Jahren zu einer spürbaren Stärkung der Innenstadt beitragen und den Bereich Wirtschaft und Kultur nachhaltig stärken.