Stadtgestaltung & öffentlicher Raum

Die Duisburger Innenstadt prägt mit ihrer städtebaulichen Gestalt in hohem Maße das Wahrnehmungsprofil der Gesamtstadt und hat eine ausgeprägtes Identifikationspotential für das Oberzentrum Duisburg. Neben den Bauwerken prägt vor allem der öffentliche Raum die Stadtgestalt. Ihm kommt eine besondere Rolle zu, als Raum für Kommunikation und Aneignung, als Bewegungsraum oder Aufenthaltsort, als Adressbildung und Koproduktion öffentlicher und privater Akteure. Daher sind hier hohe Ansprüche an die Funktionsfähigkeit und Gestaltqualität zu stellen.

Verbindung der innenstadtbedeutenden Räume

Die Duisburger Innenstadt zeichnet sich durch die ehemalige Prachtstraße Königstraße, der heute großzügigen Fußgängerzone aus. Hieran anknüpfend besteht ein enges Netz aus öffentlichen Räumen mit Platzfolgen, die verschiedene Funktionen erfüllen und sowohl Abwechslung als auch Attraktivität im Stadtbild ermöglichen. Durch den Strukturwandel des Innenhafens hat die Innenstadt eine neues hochwertiges innerstädtisches Quartier mit einer herausragenden Qualität im öffentlichen Raum durch die Wasserlage gewonnen, das zu einem neuen Bild der Innenstadt beiträgt. Das Zusammenwachsen und profitieren von den hochwertigen innenstadtprägenden Qualitäten sind die zentralen stadtstrukturellen Aufgaben für die Identitätsstiftung der Stadt.

Der Masterplan Innenstadt sieht die Aufwertung öffentlicher Räume durch Neugestaltung, Begrünung und verbesserte Verbindungen vor. Darüber hinaus werden stadtstrukturelle Defizite und Flächenpotentiale für bauliche Entwicklungen im Stadtraum aufgezeigt sowie Nachverdichtungspotentiale als Orientierung für anstehende Umstrukturierungen beschrieben. Ziel ist die Beseitigung von Fehlfunktionen, die Schließung von Raumkanten und die Anpassung des öffentlichen Raumes in den aufzuwertenden Bereichen. Die Stadtentwicklung wird dabei mit Blick auf die bedeutsamen historischen Strukturen und bezugnehmend auf stadtgeschichtliche Funde betrieben. Damit verbunden ist das Ansinnen, Stadtgeschichte erlebbar zu machen.

Entwicklung historischer Bezüge

Die Duisburger Innenstadt hat eine hohe Dichte an stadtgeschichtlichen Bezügen, welche die Stadtstruktur und das Stadtbild prägen und die der Masterplan Innenstadt aufgreift: Wichtige Grün- und Wegeverbindungen entlang der Stadtmauer, diverse prägende Bauwerke im Altstadtbereich, am Hauptbahnhof sowie am Innenhafen mit dem Hafenbecken im ehemaligen Rheinbett, bedeutende Freiflächen wie der Kantpark als ehemaliger Villengarten, der König-Heinrich-Platz als ehemaliger Friedhof vor der Stadtbefestigung und das Glacis als heutige Grünanlage am Innenhafen. Nach der ersten Wachstumsphase jenseits der Stadtbefestigung entlang der Stadtmauer folgte als zweite das Dellviertel und daraufhin das Wasserviertel. Diese zweite und dritte Erweiterungen zeichnen sich heute noch durch verdichtete Bereiche mit historischer qualitätsvoller Bebauung aus. Bedeutsame Bezüge zur Stadtgeschichte sind in der Innenstadt nur noch in Teilen in der aktuellen Stadtstruktur ablesbar. An einigen relevanten Stellen besteht wichtiger Handlungsbedarf, insbesondere der Abschluss der Sanierung der Stadtmauer und die Qualifizierung der Wegebeziehungen sowie der Umgang mit dem zentralen und teilweise brachliegendem ehemaligen Schulareal an der Gutenbergstraße, mit dem bedeutenden archäologischen Fund Mercatorhaus, auf dem das neue Mercatorquartier entstehen soll.

Reaktivierung von Brachflächen und Reduzierung von Verkehrsflächen zur funktionalen Optimierung

Im Innenstadtbereich besteht eine Vielzahl an Flächenpotentialen, die im Zeitraum der Umsetzung des Handlungskonzeptes angegangen werden. Durch die Reaktivierung von Brachflächen wie das Marientor-Carree, für die Investoren gefunden werden konnten, durch die Reduzierung überdimensionierter Verkehrsflächen an der Mercatorstraße und durch Standortverlagerungen von Bildungseinrichtungen und produzierendem Gewerbe können Nachverdichtung und die Optimierung von Funktionen vorgenommen werden.

Verbesserung von Aufenthalts- und Gestaltungsqualität sowie Schaffung identitätsstiftender Orte

In den Umstrukturierungsbereichen können durch gezielte Entwicklungen Synergien für die Verbesserung der stadträumlichen Funktionen und der Aufenthalts- und Gestaltungsqualität erzielt und neue identitätsstiftende Orte geschaffen werden.

Aufwertung des öffentlichen Raumes und der Stadtgestalt sowie die Beseitigung von Fehlfunktionen

Die Entwicklungen der Potentialflächen sollen zur Beseitigung von Fehlfunktionen mit einer hochwertigen Gestaltung zur Qualifizierung des öffentlichen Raumes genutzt werden. Dabei sollen die bedeutsamen Bezüge zur Stadtgeschichte herausgestellt werden und ein unverwechselbares Gesicht entstehen. Die Verknüpfung der wichtigen Lagen hat dabei eine herausragende Rolle, damit die entstandenen und geplanten Qualitäten eine hohe Wirkung für die Innenstadt erzielen.