Aktivitätszone E | Altstadt-Nord

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Die Aktivitätszone Altstadt-Nord liegt zwischen der Schwanenstraße, Kuhstraße, Kuhtor im Südwesten, der Obermauerstraße, dem Kuhlenwall und dem Springwall im Osten und dem Innenhafen im Norden. Hier befindet sich im Bereich der ehemaligen Kaiserpfalz aus dem 10. Jahrhundert mit dem Burgplatz, dem Rathaus und der Salvatorkirche das historische Zentrum der Stadt. Mit dem Dreigiebelhaus befindet sich zudem das älteste Wohnhaus Duisburgs in der Altstadt-Nord. Funktional stellt sich diese Aktivitätszone neben den öffentlichen Nutzungen rund um das Rathaus im Wesentlichen als innerstädtisches Wohnquartier und wichtige Verknüpfung zwischen der Königstraße und dem Innenhafen dar.

Durch die unmittelbare Nähe zur Haupthandelslage, die gute Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln und die Nähe zum Innenhafen ist die Altstadt-Nord ein gut geeigneter und funktional intakter Wohnstandort. Bei der zukünftigen Entwicklung der Altstadt-Nord soll diese Funktion unter Berücksichtigung der vorhandenen Flächenpotentiale weiter gestärkt werden. Durch die Entwicklung neuer Wohnbauflächen sollen nicht nur zusätzliche Wohneinheiten entstehen, sondern vor allem auch ein breiteres Angebot innerstädtischer moderner Wohnformen geschaffen werden.

Wohnentwicklung Mercatorquartier

Das ungenutzte, östlich des Burgplatzes gelegene Schulzentrum an der Gutenbergstraße zwischen der Poststraße und dem Kuhlenwall stellt das derzeit wichtigste großfl ächige Entwicklungspotential für eine notwendige bauliche Verdichtung und Neustrukturierung innerstädtischer Nutzungen in der Altstadt-Nord dar. Mit Aufgabe der öffentlichen Nutzung bietet die Fläche eine einmalige Möglichkeit zur Entwicklung eines neuen Wohnquartiers in der Innenstadt auf Grundlage des Masterplanes Innenstadt. In einem städtebaulichen Wettbewerb wurden hierzu bereits die planerischen Grundlagen für eine Bebauung des Areals erarbeitet. Bei den anschließenden vorbereitenden archäologischen Untersuchungen wurden die Fundamente des Hauses von Gerhard Mercator entdeckt. Mit diesem bundesweit bedeutenden historischen Fund entsteht unter breitem bürgerschaftlichem Engagement das Ziel, das Mercatorhaus an seinem ursprünglichen Standort zu rekonstruieren. Die vorhandenen Wettbewerbsergebnisse lassen sich unter diesen Bedingungen nicht umsetzen, daher ist eine neue Konzeption unter Beachtung aller denkmalrechtlich relevanter Aspekte nötig. Die zweite größere Potentialfläche der Altstadt-Nord ist der Burgplatz, der derzeit als Parkplatz genutzt wird. Im Masterplan Innenstadt wurde angedacht, den Bereich um das Rathaus und die Schwanenstraße mit einer geänderten Verkehrsführung und einer Überbauung des Burgplatzes großräumig umzuplanen. Aufgrund der geplanten Entwicklung im unmittelbar angrenzenden Mercatorquartier wird eine Entwicklung im Zeitraum des Integrierten Handlungskonzeptes als nicht realisierbar eingeschätzt.

Kuhlenwall - Bindeglied zwischen Innenhafen und Handelslage

Als wesentliches Bindeglied zwischen der Handelslage und dem Innenhafen defi niert der Masterplan Innenstadt die Achse Kuhtor-Kuhlenwall-Springwall entlang der historischen Stadtmauer als zentrale Verknüpfungsachse zwischen der Einkaufslage und dem Innenhafen. Diese Verbindung ist jedoch derzeit im Stadtraum nicht ablesbar und eine durchgehende, qualitativ ansprechende Gestaltung fehlt. Mit der Entwicklung des Mercatorquartiers wächst die Bedeutung der Achse Kuhlenwall, da sie zugleich wichtigste Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen dem neuen Quartier auf der einen Seite, und den Zielen Innenhafen und Handelslage auf der anderen Seite ist. Ziel ist es daher, diese Verbindung zu reaktivieren und attraktivieren und so die Altstadt mit ihren historischen Elementen wieder erlebbar zu machen. Der mittelalterlichen Stadtmauer kommt dabei eine besondere Rolle zu. In diesem Zusammenhang wird und wurde das Baudenkmal Stadtmauer in mehreren Bauabschnitten saniert und mit Mitteln aus dem Denkmalprogramm des Landes gefördert. Im Bereich des Schäferturms konnte darüber hinaus 2011 im Zuge des Umbaus des Kuhlenwall-Karrees in Kooperation mit der Sparkasse Duisburg ein erster Teilbereich des Kuhlenwalls aufgewertet werden.

Die Altstadt-Nord weist gute Strukturen als Standort für öffentliche Nutzungen und Wohnen auf. Die vorhandene Potentialfl äche bietet mit der Entwicklung des Mercatorquartiers und der Rekonstruktion des Mercatorhauses die einmalige Möglichkeit zur weiteren Stärkung der Altstadt-Nord als innerstädtischen Wohnstandort unter Berücksichtigung der historischen Bezüge. Flankierend hierzu ist eine Qualifizierung der Verbindungsachse Kuhlenwall, zur Verbesserung der Anbindung des Mercatorquartiers wie auch der Verknüpfung des Innenhafens mit der Handelslage anzustreben.