Aktivitätszone C | Handelslage

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Die Aktivitätszone der maßgeblichen innerstädtischen Handelslage erstreckt sich entlang der Königstraße bis zur südlich begrenzenden Friedrich-Wilhelm-Straße, entlang der Düsseldorfer Straße, des Sonnenwalls bis einschließlich der Münzstraße. Die Handelslage erreicht ca. einen Kilometer in der Ost-West-Ausdehnung und ist nahezu vollständig als Fußgängerzone ausgebaut. Überschneidungen und Anknüpfungspunkte mit anderen Aktivitätszonen ergeben sich westlich mit der Münzstraße, welche zur Aktivitätszone Altstadt-Süd gehört und auch Einzelhandelsfunktionen bedient, südlich durch die Überleitung der Düsseldorfer Straße zum Kantpark in die Aktivitätszone Dellviertel und östlich mit der Aktivitätszone Hauptbahnhof.

Typisch für die zentrale Lage ist die ausgewogene dichte Nutzungsmischung, geprägt durch Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie, öffentliche Einrichtungen und der ergänzenden Wohnfunktion in den oberen Etagen. Der bauliche Bestand präsentiert sich in der gesamten Handelslage sehr heterogen aus vereinzelten Arrangements von Jugendstilgebäuden über funktionale Nachkriegsgebäude, teilweise mit Sanierungsbedarf, bis hin zu modernen innerstädtischen Einkaufszentren mit Ansätzen von High-Tech-Architektur. Der Bestand und der Zustand des öffentlichen Raumes ist als zufriedenstellend zu bewerten, in einigen Bereichen bleibt die Wirkung von privaten Investitionen abzuwarten.

Die Handelslage konnte in den vergangenen Jahren deutlich aufgewertet werden

Die Handelslage wurde in den vergangenen Jahren durch mehrere Entwicklungen neu geprägt. Die Eröffnung der innerstädtischen Einkaufszentren Forum, Königsgalerie und CityPalais haben die Einzelhandelsstruktur verändert und die Hauptfrequenzen auf die mittlere Königstraße gelenkt, wo auch die höchsten Passantenfrequenzen erreicht werden. Die Umgestaltung des König-Heinrich-Platzes mit der Verkehrsberuhigung des Opernplatzes hat deutlich zur Aufwertung des öffentlichen Raumes beigetragen.

Innerhalb des City-Monitorings wurden 2012 die Nutzungen im zentralen Versorgungsbereich Innenstadt erhoben. Darauf aufbauend wurden gutachterliche Bewertungen und Handlungsempfehlungen für den innerstädtischen Einzelhandel formuliert. Seit der letzten Erhebung für das Einzelhandels- und Zentrenkonzept im Sommer 2008 konnte die innerstädtische Verkaufsfläche um 13.000 m² vergrößert werden. Es konnten 70 Einzelhandelsbetriebe durch die Ansiedlung der Einkaufszentren gewonnen werden und weitere 24 zentrenergänzende Funktionen (v.a. einzelhandelsnahe Dienstleister, Gastronomiebetriebe) angesiedelt werden. Trotz des Gewinns an Verkaufsfläche weist Duisburg, bezogen auf die Einwohnerzahl, im regionalen Vergleich eine weiterhin unterdurchschnittliche innerstädtische Verkaufsflächenausstattung auf.

Die Handelslage birgt weitere Potentiale

Die Schwächen der Handelslage werden v.a. deutlich bei der Betrachtung der Zentralitätskennziffer und der eindimensionalen räumlichen Ausdehnung. Die Einzelhandelszentralität der Stadt Duisburg konnte in den vergangenen Jahren zwar auf 103 % deutlich erhöht werden (2001 noch bei 93 %), diese entspricht aber weiterhin nicht einer oberzentralen Versorgungsfunktion, welche ca. 120 % betragen sollte. Die Kaufkraft der Duisburger Bevölkerung ist mit 93 % im deutschlandweiten Vergleich unterdurchschnittlich. Zusätzlich haben viele potentielle Kundinnen und Kunden der Duisburger Innenstadt ihre Einkaufsroutinen auf Konkurrenzstandorte in der Region ausgerichtet. Die Ausdehnung der Königstraße mit Verlängerung über Kuhtor und Kuhstraße erreicht ca. 800 m, mit der Münzstraße wird eine Ausdehnung von ca. 1.100 m erreicht. Da sich der Einzelhandelshauptbesatz mit den Magnetbetrieben eindimensional an der Südseite der Königstraße bis hin zur Kuhstraße befindet, müssen Kundinnen und Kunden derzeit weite Entfernungen und doppelte Wege während ihres Einkaufs zurücklegen. Auch die Überleitung vom Hauptbahnhof in die Handelslage, für Anreisende und Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils Neudorf, ist bisher nicht attraktiv gestaltet und ausgebaut.

Positiv hervorzuheben ist die stabile und ausgewogene Nutzungsvielfalt in der Handelslage. In den vergangenen Jahren konnte die Handelslage durch Aufwertung des öffentlichen Raumes und ein erweitertes Einzelhandelsangebot attraktiviert werden, was durch eine geringe Fluktuation im Kernbereich bestätigt wird. Durch den Ausbau des Radwegenetzes und die Einrichtung eines Parkleitsystems wurde die Innenstadt in den vergangenen Jahren für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer besser erreichbar. Ein besonderes Entwicklungspotential ergibt sich aktuell durch die hohe Bereitschaft privater Investoren in die Handelslage zu investieren, dabei sind drei Entwicklungsbereiche hervorzuheben.

Am Eingangsbereich der Münzstraße entsteht das Stadtfenster, in das die Stadtbibliothek mit Teilen der Volkshochschule verlagert wird. Mit der Inbetriebnahme des Gebäudes, voraussichtlich im Sommer 2014, geht eine deutliche städtebauliche Attraktivierung des Eingangsbereiches der Münzstraße einher. Zusätzlich werden derzeit, in der dem Stadtfenster gegenüberliegenden Königsgalerie weitere Ladenlokale gefüllt, womit das Einkaufszentrum an Frequenz gewinnen wird. Weitere Projekte, wie der Bau des Marientor-Carrees an der Steinschen Gasse und die Eröffnung des Landesarchivs am Schwanentor lassen, für den westlichen Bereich der Handelslage eine zusätzliche Belebung erwarten.

Entwicklungen werden hauptsächlich von privaten Investoren getragen

Das 1954 gebaute Europa Haus an der Düsseldorfer Straße, in dem derzeit die Stadtbibliothek untergebracht ist, ist in einem baulich schlechten Zustand und soll einem Neubau mit innenstadtspezifischer Einzelhandelsnutzung weichen. Der gegenüberliegende Gebäudekomplex an der Börsenstraße Ecke Düsseldorfer Straße ist Eigentum der Volksbank Rhein-Ruhr und soll ebenfalls neu gebaut werden. Die Börsenstraße, welche derzeit zum großen Teil unter baulichen und funktionalen Mängeln leidet, soll in diesem Zuge erneuert werden. Die Neubebauung des Bereichs an der Düsseldorfer Straße und der Börsenstraße wird neue städtebauliche Akzente mit wichtigen Frequenzbringern setzen und kann die Einzelhandelslage deutlich aufwerten.

Auch die Entwicklungen im Hauptbahnhofsumfeld werden sich auf die Handelslage auswirken. Durch die Gestaltung des Bahnhofsplatzes wird eine attraktive Überleitung zum Eingangsbereich der Königstraße geschaffen. Im nördlichen Bereich der "Duisburger Freiheit", zwischen Koloniestraße und Karl-Lehr-Straße, soll ein Büro- und Dienstleistungskomplex entstehen. Einzelhandel soll dort nur untergeordnet, kleinteilig und auf die Versorgung des Bahnhofsumfeldes ausgerichtet ermöglicht werden. Südlich der Karl-Lehr-Straße wird im Bereich der "Duisburger Freiheit" der Bau eines Möbeleinrichtungszentrums mit Lager und Logistikzentrum vorbereitet, da das Sortiment Möbel in Duisburg für eine oberzentrale Ausrichtung stadtweit unterrepräsentiert ist. Trotz eines hohen Anteils Randsortimente an der Verkaufsfläche, wird nicht von schädigenden Auswirkungen auf den zentralen Versorgungsbereich Innenstadt ausgegangen. Durch die Gesamtentwicklung im Bereich des Bahnhofes ist ebenfalls eine zusätzliche Frequenz für die Handelslage zu erwarten.


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Ein Rundlauf soll etabliert werden

Die aktuelle Entwicklungsstrategie der Stadt ist es, einen kompakten Rundlauf in der Handelslage zu etablieren, der in viele Richtungen durchlässig ist. Dazu müssen die verbindenden Lauflagen mit anziehenden Magnetbetrieben gestärkt und aufgewertet werden. Die Königstraße mit Verlängerung über Kuhtor und Kuhstraße bildet eine Achse, auf der die beiden innerstädtischen Einkaufszentren Forum und Königsgalerie herausragende einzelhandelsbezogene Pole bilden. Beide Einkaufszentren haben eine rückwärtige Ausdehnung, die es ermöglicht, einen attraktiven Parallellauf zur Königsstraße zu etablieren. Als Bindeglieder kommen dabei der Börsenstraße und dem Salvatorweg mit der Wallstraße und dem Sonnenwall besondere Bedeutung zu. Der Stärkung und Entwicklung dieses Rundlaufes dienen v.a. die Projekte an der Düsseldorfer Straße und der Bereich um die Königsgalerie. Im Neubau des aufzugebenden Stadtbibliothekgebäudes soll großflächig das Leitsortiment Bekleidung angesiedelt werden. Auch im Stadtfenster soll untergeordnet Verkaufsfläche entstehen, und entlang der Börsenstraße entstehen ebenfalls Flächenpotentiale zur Verdichtung der Handelslage.

Der Rundlauf soll den Kunden ein größeres Angebot auf kurzem Wege bieten. Weiterhin soll die Handelslage und der Innenhafen an Schnittstellen wie der Unterstraße und dem Kuhlenwall verknüpft werden. Die Anbindung an den Hauptbahnhof wird über die Gestaltung des Bahnhofplatzes und die Umsetzung von Maßnahmen des Straßenbaumkonzeptes gestärkt.

In den vergangenen Jahren konnte die zentrale Handelslage bereits deutlich attraktiviert und gestärkt werden. Die Entwicklung wird weiterhin v.a. durch private Investitionen positiv voran getrieben. Im Zusammenhang mit weiteren Maßnahmen und Entwicklungen soll die Kundenbindung und die innerstädtische Kaufkraft gesteigert werden, um die oberzentrale Funktion Duisburgs, auch als Einzelhandelsstandort, langfristig zu sichern. Fokus hat dabei die Stärkung des Rundlaufes und flankierend die Anbindung an den Hauptbahnhof und den Innenhafen.