Aktivitätszone B | Dellviertel

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Die Aktivitätszone umfasst im Wesentlichen das gründerzeitliche Wohnquartier um den Dellplatz sowie den Kantpark als zentrale innerstädtische öffentliche Grünfläche mit der umgebenden Wohnbebauung. Die Friedrich-Wilhelm-Straße als nördliche Begrenzung verläuft als zentrale Achse vom Friedrich-Wilhelm-Platz auf den Hauptbahnhof zu. Hier besteht an der Düsseldorfer Straße eine wichtige Schnittstelle mit der Handelslage. Der Innenstadtring wird im Rahmen der Entwicklung "Grüner Ring" für den Fuß- und Radverkehr aufgewertet und grenzt die Aktivitätszone Dellviertel im südlichen Bereich ab.

Das Dellviertel ist ein guter und belebter Wohnstandort mit Potential

Durch die unmittelbare Nähe zur Haupthandelslage und zum Hauptbahnhof ist das Dellviertel ein sehr gut geeigneter Wohnstandort. Durch die zusammenhängende bauliche Struktur der gründerzeitlichen Stadterweiterung um den Dellplatz ist eine hohe städtebauliche Qualität mit einer Vielzahl an stadthistorisch bedeutsamer Architektur gegeben. Defizite bestehen lediglich bei der Straßenraumbegrünung einzelner Straßenzüge. Das Wohnquartier Dellviertel ist ein lebendiges Quartier, da es durch eine hohe Dichte an sozialer Infrastruktur sowie kulturellen und gastronomischen Angeboten gute Lebensqualität bietet. Insbesondere am Dellplatz sind diese Angebote konzentriert und weiter ausbaufähig. Neben dem Filmforum, das die Erweiterung um einen dritten Kinosaal plant, sind insbesondere das Lehmbruckmuseum und das Museum DKM die kulturellen Magnete im Quartier.

Im Fall der anstehenden Verlagerung des St.-Vincenz-Hospitals entsteht mittelfristig ein Entwicklungspotential für Wohnen, durch die Umnutzung des Krankenhauses mit den gegenüberliegenden Parkplätzen an der Pappendelle. Hier kann, wie im Masterplan Innenstadt vorgesehen, eine städtebauliche Fassung der Eingangssituation durch Nachverdichtung für Wohnen entstehen. Kurzfristige Entwicklungen stehen an durch die Erweiterungsabsichten der Kindertagesstätte an der Musfeldstrasse, einen Sporthallen-Neubau der Gesamtschule sowie den Neubau des ADAC auf einem ehemaligen Tankstellengrundstück. Durch Straßenraumbegrünung soll die Wohnumfeldqualität des Dellviertels zusätzlich verbessert werden.

Der Kantpark ist städtischer Frei- und Kulturraum mit funktionalen Defiziten

Der Kantpark ist die zentrale innerstädtische Parkanlage, die als Wohnumfeldqualität, aber vor allem auch durch das herausragende Lehmbruckmuseum über die Stadtgrenzen hinaus hohe Bedeutung hat. Die Anbindung des innerstädtischen Kultur- und Freiraums an den Hauptbahnhof und die Haupthandelslage an der Düsseldorfer Straße sind defizitär. Die Zugänglichkeit des Parks ist nicht für alle gesellschaftlichen Gruppen gegeben, da die Parkanlage teilweise als Angstraum wahrgenommen und gemieden wird. Die Gestaltung und Ausstattung des Kantparks entspricht nicht mehr den aktuellen Nutzungsansprüchen der Besucherinnen und Besucher. Dementsprechend ist die Funktion als innerstädtischer Erholungsort nicht erfüllt. Zudem wirkt sich die aktuelle Situation des Parks nicht positiv auf die Adressbildung des Museums aus. Zur Zeit setzen sich verstärkt auch private Initiativen für die Umgestaltung des Kantparks ein. Um den Park entsprechend seiner Erfordernisse und Potentiale zu entwickeln, ist eine Planung und Umgestaltung mit den relevanten Akteuren erforderlich. Dabei soll auch die derzeit mangelhafte Schnittstelle zur Fußgängerzone aufgewertet werden.

Die Friedrich-Wilhelm-Straße soll als Boulevard die wichtigen Stadträume verbinden

Die Friedrich-Wilhelm-Straße als zentrale Achse bildet die relevante Anbindung des Lehmbruckmuseums an den Hauptbahnhof. Es bestehen gestalterische Defizite sowie funktionale Mängel insbesondere für den Radverkehr. Ebenfalls sind die Umsetzung von Maßnahmen der Lärmaktionsplanung sowie des Straßenbaumkonzeptes hier erforderlich. Der Leitgedanke eines Boulevards aus dem Masterplan Innenstadt wurde im Beteiligungsprozess zum Bahnhofsplatz bestätigt. Im Zusammenhang mit der Gestaltung des Bahnhofsplatzes und dem Umbau des Kantparks wird der Umbau der Friedrich-Wilhelm-Straße als flankierende Maßnahme erforderlich, um die relevanten Innenstadträume zu verbinden.

Ziel ist es, das Dellviertel als lebendiges und intaktes Wohnquartier zu sichern und zu stärken sowie Potentiale zur Nachverdichtung zu nutzen. Der Kantpark muss entsprechend seiner Erfordernisse umgestaltet und qualifiziert an den Hauptbahnhof und die Handelslage angebunden werden.