Aktivitätszone A | Hauptbahnhof und Umfeld

Großbildansicht

Die Aktivitätszone Hauptbahnhof bildet den östlichen Rand der Gebietskulisse des Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt. Sie umfasst einen Bereich zwischen Mercatorstraße, Landfermannstraße, Neudorfer Straße/Neue Fruchtstraße und Koloniestraße. Westlich der Mercatorstraße schließt sich die Handelslage der Duisburger Innenstadt an. Als große Straßenzüge und innerstädtische Entwicklungsachsen führen die Königstraße als Fußgängerzone sowie die Straßenzüge Friedrich-Wilhelm-Straße und Landfermannstraße von Westen auf den Entwicklungsbereich Hauptbahnhof zu. Östlich der Neudorfer Straße schließen sich die innenstadtnahen Wohnquartiere der Stadtteile Neudorf und Duissern an, südlich der Koloniestraße das in Entwicklung befindliche Areal des ehemaligen Güterbahnhofgeländes, der "Duisburger Freiheit".

Bedeutender Verkehrsknotenpunkt Hauptbahnhof

Die Bedeutung dieser Aktivitätszone wird im Wesentlichen bestimmt durch ihre verknüpfenden und verkehrlichen Funktionen. Der Duisburger Hauptbahnhof stellt mit seinen bedeutenden Nahverkehrsund Fernbahn-Verbindungen einen wichtigen Schienenverkehrsknotenpunkt dar. Er wird von rund 700 Zügen täglich angefahren und von bis zu 100.000 Reisenden erreicht. Der Flughafen Düsseldorf International ist in wenigen Minuten zu erreichen. Zudem ist der Hauptbahnhof mit seinen zahlreichen innerstädtischen U-Bahn- sowie Buslinien zentraler Verknüpfungspunkt im innerstädtischen ÖPNV-Netz sowie zentraler Haltepunkt der Fernreisebusse. Die den Bereich (unter)querende Stadtautobahn A 59 mit der zur Zeit im Ausbau befi ndlichen Anschlussstelle Duisburg-Zentrum bindet den Hauptbahnhofsbereich an das Bundesfernstraßennetz an. Die Mercatorstraße schließlich bildet die östliche Nord-Süd-Querung im innerstädtischen Hauptverkehrsstraßennetz. Durch diese verkehrlichen Funktionen wird ein Ort höchster Erreichbarkeit für die Stadt Duisburg sowie für die Region definiert.

Verknüpfungselement wichtiger Fuß- und Radwegeverbindungen

Zugleich ist der Bereich wichtiges Vernetzungselement im System der innerstädtischen Rad- und Fußwegebeziehungen. Er verbindet die westlich des Bahnhofs gelegenen Innenstadtbereiche mit den östlich des Bahnhofs gelegenen Wohnquartieren Duissern und Neudorf. Über den Bahnhofsplatz und die südlich angrenzende Entwicklungsfl äche "Duisburger Freiheit" soll die Innenstadt an das Grünwegesystem "Grüner Ring" angebunden werden, das die Innenstadt an die Grün- und Freiräume am Rhein und im Ortsteil Wedau anbinden soll (Rheinpark im Ortsteil Hochfeld, Sportpark Wedau).

Entree und Visitenkarte in Stadt und Region

Der Hauptbahnhof stellt den wichtigsten Eingangsbereich, die Visitenkarte für die Stadt und die Region dar. Damit ist die städtebauliche Qualität und Funktionalität des Bereiches von hoher Bedeutung für die Entwicklung des unmittelbaren Umfelds, der Duisburger Innenstadt sowie für die Entwicklung Duisburgs als Oberzentrum der Region Niederrhein als Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort.

Die Aktivitätszone weist erhebliche städtebauliche und funktionale Defizite auf

Insbesondere die Gestaltung des Bahnhofsplatzes wird zur Zeit dieser Bedeutung des Ortes nicht gerecht. Die fertiggestellte Überdeckelung der A 59 ist als neuer innerstädtischer Platz nicht gestaltet, dementsprechend bietet er weder Gestalt- noch Aufenthaltsqualität und weist derzeit erhebliche städtebauliche und funktionale Defizite auf. Dem Platz fehlen ihn begrenzende und strukturierende Raumkanten und eine gestalterische Integration der Funktionen des Platzes, wie z.B. Repräsentation, Verknüpfung, Aufenthalt, Zu- und Abfahrt, Parken. Die Angebote und Funktionen im westlichen Hauptbahnhofsumfeld bleiben hinsichtlich Vielfalt und Qualität im Bereich Einzelhandel und Dienstleistungen hinter den Möglichkeiten zurück, die dieser zentrale Ort höchster Erreichbarkeit bietet. Die räumliche Nähe zur Innenstadt und zur Königstraße wird städtebaulich nicht deutlich und ist nicht wahrnehmbar. Dem Fußgänger, der den Bahnhof in Richtung Innenstadt verlässt, wird zur Zeit keine Orientierung gegeben, in welche funktionalen Stadträume der Duisburger Innenstadt der Bahnhofsplatz führt. Zudem ist die vierspurige Mercatorstraße eine städtebauliche Zäsur, hierdurch kann dieser Stadtraum seine zentrale Verbindungsfunktion nur unzureichend erfüllen. Mit dem neu geschaffenen Bahnhofsplatz und dem geplanten Rückbau der überdimensionierten Verkehrsflächen entsteht Nachverdichtungspotential, welches die Entwicklungen der fehlenden Qualitäten ermöglicht.

Auch der Bereich auf der Ostseite des Bahnhofes wird zur Zeit seiner funktionalen und städtebaulichen Bedeutung als zentraler Verkehrsknotenpunkt sowie Eingangsbereich vom und in den Stadtteil Neudorf nicht gerecht. Insbesondere das Bahnhofsdach selbst prägt durch den Gebäudezustand negativ. Die Gestaltung des Vorplatzbereiches sowie die Organisation seiner Verkehrsfunktionen weist zur Zeit erhebliche Defizite auf. Ihm fehlt eine attraktive Gestaltung sowie Aufenthaltsqualität. Zudem wird die Nutzungsdichte und - struktur der Bebauung dem Standort nicht gerecht. Dadurch hat dieser Bereich zur Zeit eher den Charakter eines "Hintereingangs", statt zweiter Haupteingang zum Bahnhof und Tor zum Stadtteil Neudorf zu sein. Die untergenutzten Flächen an der Otto-Keller-Straße, an der Ecke Kolonie-/Neue Fruchtstraße sowie die als Angstraum wahrgenommene Grünfläche südlich der Verknüpfungshalle stellen Entwicklungsflächen dar.

Handlungserfordernisse

  • Die oben geschilderte Bedeutung der Aktivitätszone in Verbindung mit den derzeitigen Defiziten, aber vor allem auch Potentialen, führt zu folgenden Handlungserfordernissen:
  • Sicherstellung einer Gestaltqualität, die der Bedeutung der Bahnhofsbereiche als Entree in Stadt und Region gerecht wird.
  • Gewährleistung der Verkehrsfunktionen für Stadt und Region als Knotenpunkt des innerstädtischen, regionalen, nationalen und internationalen ÖV. Aufwertung des Bereichs als Schlüsselraum zur Verbesserung des Modal-Splits und zur Verbesserung der Bedingungen für die Förderung nachhaltiger Mobilitätsformen.
  • Sicherung und Unterstützung der innerstädtischen Verbindungs- und Verknüpfungsfunktionen.
  • Schaffung einer städtebaulich selbsterklärenden Orientierung in die Funktionsräume der Duisburger Innenstadt und die angrenzenden Quartiere.
  • Einbindung in das innerstädtische Grünvernetzungssystem.
  • Nutzung der Lagevorteile dieses Bereiches (Erreichbarkeit, Zentralität, Repräsentativität) durch entsprechende Nutzungen mit entsprechender städtebaulicher Qualität und Nutzungsdichte.

Die Gestaltung des Bahnhofsplatzes ist die wesentliche städtebauliche Maßnahme zur Aufwertung des Bereichs

Zentrale Maßnahme zur Erreichung der Ziele in der Aktivitätszone Hauptbahnhof ist die Gestaltung des Bahnhofsplatzes. Mit ihr wird eine wesentliche städtebauliche Aufwertung des Bereichs als Visitenkarte für die Stadt und die Region erreicht. Durch die Gestaltung des Platzes werden die Verbindungen vom Hauptbahnhof in die Bereiche der Innenstadt verbessert sowie eine Optimierung der Verknüpfung der Verkehrsträger (Fernverkehr, ÖPNV, MIV, Rad- und Fußgängerverkehr) erreicht. Zugleich erfolgt eine Einbindung in das innerstädtische Grünwegesystem. Der Gestaltungsentwurf hierzu wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess erarbeitet.

Der östliche Bereich des Hauptbahnhofs soll eine städtebauliche und funktionale Aufwertung erfahren

Die Überdeckelung der A 59 und der hierdurch neu entstandene Stadtraum ermöglichen die Erschließung von neuen Entwicklungsflächen für zwei private Investitionen. Durch den Bau eines Hotels an der Südseite und dem Bau eines Büro- und Dienstleistungsgebäudes mit Einzelhandels- und Gastronomienutzung im zentralen Platzbereich wird diese Maßnahme flankiert. Durch diese Vorhaben erhält der neu entstehende Platz seine strukturierenden und begrenzenden Raumkanten. Darüber hinaus wird der Bahnhofsbereich durch die vorgesehenen Nutzungen entsprechend seiner Lagepotentiale funktional optimal aufgewertet. Zur Realisierung dieser beiden Bauvorhaben im Platzbereich sind vorbereitend die Verlagerung des Fernreisebusbahnhofs im Bereich des Baufelds des Hotels und der Umbau der

Mercatorstraße im Baufeld des Büro- und Dienstleistungsgebäudes nötig. Mit dem Umbau der Mercatorstraße im Bereich zwischen Friedrich-Wilhelm-Straße und Saarstraße von heute vier auf zwei Fahrspuren kann das für den Bau des Büro- und Dienstleistungsgebäudes erforderliche Baufeld freigelegt werden. Zugleich wird hierdurch die Querungsmöglichkeit vom Hauptbahnhof in Richtung Königstraße und Friedrich-Wilhelm-Straße verbessert. Durch einen Radfahrstreifen werden die Bedingungen für den Radverkehr optimiert.

Durch die Verlagerung des Fernbusbahnhofs an einen Standort auf der Ostseite des Bahnhofs zwischen dem U-Bahn-Zugang und dem UCI-Parkhaus werden die Bedingungen für den Halt von Fernreisebussen wesentlich verbessert. Dieser wird durch seine Lage zur Verknüpfungshalle eine optimale Verknüpfung zum ÖPNV aufweisen. Insbesondere für die Neudorfer Seite des Hauptbahnhofs prägend und diese aufwertend wird der geplante Neubau der Bahnsteig-Überdachung sein. Hierdurch wird nicht nur die Aufenthalts- und Gestaltqualität innerhalb des Bahnhofs nachhaltig verbessert, sondern zudem die städtebauliche Situation im Bereich des Neudorfer Zugangs zum Hauptbahnhof wesentlich aufgewertet. Diese städtebaulich-funktionale Aufwertung des Bahnhofsgebäudes soll durch die Umgestaltung des Hauptbahnhof Osteingang flankiert werden. Dabei soll dieser Platz als "Tor" in den Stadtteil Neudorf aufgewertet werden. Hierbei soll die Aufenthaltsqualität dieses Bereichs verbessert und die Verkehrsfunktionen einschließlich der Verknüpfung zum neu entstehenden Fernbusbahnhof optimiert werden.

Südlich des Hauptbahnhofs ist die "Duisburger Freiheit" die bedeutende Entwicklungsfläche

Im etwa 5 ha großen Entwicklungsbereich "Duisburger Freiheit" (Nord) südlich des Hauptbahnhofs bis zur Koloniestraße ist die Realisierung von standortadäquaten hochwertigen Büro- und Dienstleistungsnutzungen vorgesehen. Ergänzend und diese Nutzungen unterstützend sollen hier zudem Handels-, Gastronomie-, Freizeit- und Kulturnutzungen möglich sein. Entlang der Bahntrasse sind Parkhäuser für diese Nutzungen sowie ein öffentliches Park- and Ride-Parkhaus vorgesehen. Darüber hinaus wird die bedeutende Nord-Süd-Verbindung für den Fuß- und Radverkehr gesichert, der innerhalb einer Grünfläche durch das Entwicklungsgebiet verläuft und am Bahnhofsplatz die Anbindung an die Handelslage schafft.

Mit den oben dargestellten Maßnahmen wird dieser Schlüsselraum der Duisburger Innenstadt in die Lage versetzt, die an ihn gestellten städtebaulichen und funktionalen Anforderungen nachhaltig zu erfüllen. Die Maßnahmen werden nicht nur die Entwicklung dieses Teilraums, sondern darüber hinaus die funktionale und städtebauliche Entwicklung des Oberzentrums Duisburg als Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum der Region nachhaltig positiv unterstützen. Dabei spielt die Gestaltung und funktionale Einbindung des Bahnhofsplatzes eine zentrale Rolle.