Ziele und Handlungsfelder

Die Potenziale der Universität für die Standort- und Strukturentwicklung in Duisburg sind enorm und können gar nicht überschätzt werden. Gleichwohl wurden im Rahmen einer internen Stärken- / Schwächen-Analyse zum Hochschul- und Wissenschaftsstandort Duisburg spezifische Standortdefizite diagnostiziert, die eine vollständige Ausschöpfung der identifizierten Potenziale wenn nicht ver-, so doch behindern können. Hier besteht kommunalpolitischer Handlungsbedarf.

Fünf Ziele und Strategien werden im Rahmen der kommunalen Hochschulstandortentwicklungsstrategie Duisburgs verfolgt:

[ 1 ] Förderung wissens- und technologiebasierter Strukturentwicklung

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(c) UDE

Die Universität Duisburg-Essen hat vielfache positive ökonomische Effekte für den Campusstandort Duisburg: Sie ist einer der größten Arbeitgeber am Standort, sie trägt über die Studierenden und Haushaltsausgaben darüber hinaus auch indirekt zur Beschäftigungsentwicklung bei, sie ist Ort der Wissensgenerierung und -vermittlung, Nährboden für Existenzgründungen, Impulsgeber für die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen, akademische Fachkräfteschmiede für die regionale Wirtschaft und nicht zuletzt regionale Imageträgerin. Gleichwohl gibt es noch nicht ausgeschöpfte Potenziale, etwa bei der Ausgründungs- und Existenzgründungsbilanz, beim Technologietransfer oder beim FuE-Infrastrukturbesatz, die es durch gezielte Maßnahmen zu entwickeln und zu heben gilt.


[ 2 ] Sicherung der räumlichen Entwicklungsoptionen des Wissenschaftsstandorts Duisburg

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Luftbild Campus Duisburg (Lotharstraße), (c) UDE

Im Jahre 1972 wurde die Universität Duisburg auf dem baulich-infrastrukturellen Grundstock der "Pädagogischen Hochschule Ruhr" (Standort Lotharstraße) und der "Fachhochschule Duisburg" (am Standort der alten "Königlich-Preußischen Maschinenbau- und Hüttenschule" von 1891 an der Bismarckstraße / Oststraße) gegründet und ab 1981 im Bereich Lothar- / Mülheimer Straße wesentlich erweitert. Beide Standorte, die auch die Standorte der UDE am Campus Duisburg bilden, sind städtebaulich hoch integriert und weisen kaum noch Reserve- / Erweiterungsflächen auf, so dass eventuelle Flächenansprüche bzgl. Ersatzneubau, Erweiterung oder Ansiedlungen mittelfristig nur noch bedingt befriedigt werden können. Die räumlichen Entwicklungsoptionen gilt es deshalb sicherzustellen.


[ 3 ] Vernetzung von Wissenschaft und Stadt (Politk, Verwaltung, Gesellschaft)

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(c) Stadt Duisburg, Uwe Köppen

Forschung und Lehre findet an der Universität Duisburg-Essen nicht im Elfenbeinturm statt, sondern eingebettet in der (kommunal-) politischen Wirklichkeit. Der sich hier eröffnende Zugang zu Problemlösungspotenzialen, -strategien und Know-How der Universität und ihrer Studierenden soll noch stärker ausgebaut, die Universität Duisburg-Essen noch stärker in konkrete kommunalpolitische Themen und Projekte eingebunden werden. Gleichzeitig gilt es, Bürgerinnen und Bürger noch stärker für die Nutzung der "offenen", d.h. sich auch an Hochschulexterne richtenden Angeboten der UDE im Kultur- und Bildungsbereich zu motivieren und zu gewinnen.

 


[ 4 ] Etablierung der Universität Duisburg-Essen als außerschulischer Lernort

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(c) UDE

"Wissen" ist das Kernstück und der Nährboden einer Wissenschafts- und Technologieregion. Innerhalb der regionalen Bildungslandschaft übernimmt die Universität Duisburg-Essen eine herausragende Rolle nicht nur hinsichtlich ihres akademischen Bildungsauftrags, sondern auch als Kooperationspartnerin regionaler Schulen in der Ausbildungs-, Studien- und Berufsorientierung und hinsichtlich außerschulischer, unterrichtsergänzender und -vertiefender Bildungsangebote. Ziel ist es in diesem Zusammenhang, die Universität Duisburg-Essen bzw. allgemein wissenschaftliche Einrichtungen verstärkt als "außerschulischen Lernort" in den schulischen Unterricht einzubinden.



[ 5 ] Profilierung Duisburgs als attraktive Studierenden- und Universitätsstadt

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Campus Duisburg, (c) UDE

Nicht zuletzt lassen sich viele potenzielle Effekte eines Universitätsstandorts (z.B. demografische oder kulturelle Effekte, Einnahmen- und Umsatzeffekte, Imageeffekte) nur ausschöpfen, wenn die Studierenden, Hochschulbeschäftigten und (Gast-) Wissenschaftler/-innen auch tatsächlich am Campusstandort wohnen und sich hier engagieren. Als Standort einer - für das Ruhrgebiet typischen - Pendleruniversität werden die Potenziale hier oftmals nicht in vollem Umfang ausgeschöpft. Dies gilt allerdings ähnlich für die Universitätsstädte Essen, Bochum und Dortmund. Hier gilt es, die Attraktivität Duisburgs als Studierenden- und Hochschulstadt zu erhöhen und Studierende ebenso wie UDE-Mitarbeiter/-innen mehr an die Stadt zu "binden".



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