70 Jahre Schuman-Erklärung


EUROPA und EUROPÄER 1950>2020

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Bildquelle: https://www.cvce.eu/de/obj/ robert_schuman_und_jean_monnet-de-e54f71f4-f7dc-45af-9aa2-7bcb37a85fdc.html

Das Jahr 2020 markiert den 70. Jahrestag der Schumanplan-Erklärung: eine kurze, aber kraftvolle Rede des französischen Außenministers Robert Schuman gehalten am 9. Mai 1950. Die Erklärung, die von Jean Monnet inspiriert und von Schuman und seinen engen Beratern verfasst wurde, leitete den Prozess der europäischen Integration mit dem Projekt einer gemeinsamen französischen und deutschen Kohle- und Stahlproduktion ein. Dieses Projekt sollte von einer Hohen Behörde im Rahmen einer Organisation geleitet werden, an der auch andere europäische Länder teilnehmen könnten. Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) wurde 1951 von Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Zum ersten Mal übertrugen Nationalstaaten einige souveräne Rechte auf eine neue, supranationale Institution. Die Schuman-Erklärung ist ein Wendepunkt in der Geschichte Europas. In der Erklärung wurden Ideen und Konzepte formuliert, die auch in die nachfolgenden europäischen Verträge aufgenommen wurden, beginnend mit dem Pariser Vertrag zur Gründung der EGKS im Jahre 1951 bis hin zum letzten Vertrag von Lissabon im Jahre 2007. Im Wesentlichen enthält die Erklärung nicht nur grundsätzliche Ziele wie das Streben nach Frieden, das Überwinden nationaler Rivalitäten und die Verwirklichung gegenseitiger Solidarität, sondern sie entwirft auch die Vorgehensweise zur Verwirklichung einer engeren Integration der Mitgliedsländer gemäß föderalistischer Prinzipien.



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Bildquelle: https://www.eui.eu/Research/Historical ArchivesOfEU/Download-the-catalogue-of-the-Europe-and-Europeans-19502020-exhibition

Die Ausstellung "Europa und Europäer 1950>2020: 70. Jahrestag der Schumanplan-Erklärung" möchte die Bedeutung der Erklärung von Robert Schuman für die Geschichte der europäischen Integration herausarbeiten, zur Reflexion über ihre Relevanz für das heutige Europa anregen und die Debatte über der Geschichte der Europäischen Union (EU) und ihrer Zukunft weiterbringen. Der Besucher ist eingeladen, eine Reise durch die europäische Geschichte zu unternehmen, die über zwei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Wege führt.
Der erste Rundgang entwickelt sich entlang einiger Schlüsselsätze der Schumanplan-Erklärung, die den fünf thematischen Abschnitten ihre Titel geben. Durch eine Auswahl von Bildern und Dokumenten, die im Historischen Archiv der Europäischen Union (HAEU) aufbewahrt werden, kann der Besucher einige der wichtigsten politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen der vergangenen 70 Jahre europäischer Geschichte erleben. Jeder thematische Abschnitt kann durch ein Heraus- und Mitnehmen der in den Notizbüchern verfügbaren Schlüsseldokumente vertieft werden. Der zweite Rundgang präsentiert Treffen mit Menschen, die am Prozess der europäischen Integration beteiligt oder von diesem betroffen waren und lädt im Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart zum Nachdenken darüber ein, was es bedeutet, Europäer zu sein. Zusätzlich bietet die Ausstellung einen aus Audio- und/oder Videomaterial bestehenden Multimedia-Bereich, dessen Inhalte per QR-Code auf das persönlichen Mobiltelefon heruntergeladen und benutzt werden können.