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"Urwald" in Duisburg

Der Natur freien Lauf lassen!

"Totholz" - Lebensraum für Kleintiere und PilzeGroßbildansicht
"Totholz" - Lebensraum für Kleintiere und Pilze

Moosbewachsene Baumstämme, meterhohe Farne, alte Bäume und Tiergeräusche im Hintergund - so stellen wir uns einen "Urwald" vor.

Auch in Duisburg gibt es solche "kleinen Urwälder", die in ihrer Entwicklung sich selbst überlassen werden. Diese werden als "Referenzflächen" bezeichnet. Da in den Flächen keine direkte menschliche Beeinflussung mehr stattfindet, ist es vertretbar hier von "kleinen Urwäldern" zu sprechen.


Wieviele Referenzflächen gibt es in Duisburg?

Insgesamt gibt es in Duisburg 7 Referenzflächen mit insgesamt 92,41 Hektar oder 924.100 Quadratmetern. Dies entspricht einem Flächenanteil von 7 %. Die unterschiedlichen Referenzflächen des Stadtwaldes repräsentieren die in Duisburg vorkommenden Waldgesellschaften von der Weichholzaue in Beeckerwerth über Buchenwälder mit mäßiger Nährstoffversorgung im Stadtwald, Eichen-Buchenwäldern mit schlechterer Nährstoffversorgung und mehr oder minder hohem Kiefernanteil im Duisburger Süden, Bruchwaldstandorten bis zu Deponiestandorten.


Warum gibt es Referenzflächen?

moosbewachsener BaumstammGroßbildansicht
moosbewachsener Baumstamm

Die Referenzflächen sollen als Dauerbeobachtungsflächen Erkenntnisse über eine Waldentwicklung ohne direkten menschlichen Einfluss liefern. Der Wald ist im Unterschied zu z. B. landwirtschaftlich genutzten Flächen eine Vegetationsform, die in Westeuropa natürlich vorkommt und auch ohne menschliches Zutun überleben kann. Die jahrhundertealte Kulturgeschichte in Westeuropa ist auch eine Geschichte der Vernichtung, Veränderung und Nutzung unserer Wälder. Durch diesen Umstand gibt es in ganz Westeuropa keinen Wald mehr, der den strengen Kriterien eines Urwaldes entspricht. Um so wichtiger ist es in der Zukunft wieder Erkenntnisse zu erlangen wie unsere Wälder sich natürlich entwickeln. Erkenntnisse darüber sind sowohl für die Bewirtschaftung unserer Wälder von hoher Bedeutung als auch für Belange des Naturschutzes.

In den Referenzflächen werden sowohl Aspekte des Zerfalls und Absterbens von Bäumen eine hohe Bedeutung haben als auch Belange wie sich die Baumarten in ihrem unterschiedlichen Konkurrenzverhalten auf Dauer entwickeln können und mit welcher Dynamik Wälder auf Veränderungen reagieren können, z. B. Sturmereignisse und Klimaveränderungen.

Naturschutzfachlich spricht man auch von Prozessschutz, weil hier natürliche Prozesse ohne direktes menschliches Eingreifen ablaufen können. Daneben gibt es noch den Biotop- und Artenschutz.

Die Belange des Naturschutzes werden zusätzlich durch gezieltes Erhalten von Totholz bei Einzelbäumen, Baumgruppen und durch Altholzinseln besonders berücksichtigt. Hier werden flächendeckend Anstrengungen unternommen insbesondere den Arten auf Dauer Schutz zu gewähren, die absterbende bzw. abgestorbene Bäume als Lebensgrundlage brauchen. Dazu zählen neben zahlreichen Insekten- und Pilzarten auch Tierarten, die auf Baumhöhlen angewiesen sind. Dem Duisburg-Mülheimer Wald kommt hier eine besondere Bedeutung zu, da er eine über sehr lange Zeiträume durchgängige Geschichte seiner naturnahen Buchen- und Eichenwälder hat.


Zertifizierung

Der Wald der Stadt Duisburg ist seit 2003 nach den international anerkannten Kriterien des
FSC®-Deutschland  (Forest Stewardship Council®) zertifiziert. 2008 erfolgte die erfolgreiche Rezertifizierung, die für weitere 5 Jahre gilt, wobei jährliche Kontrollen die Einhaltung der Standards überprüfen. Derzeit läuft die zweite Rezertifizierung für den Zeitraum bis 2018. Die Warenzeichen-Lizenzcode-Nr. lautet: FSC-COO6592.

Die Zertifizierung hat insbesondere vor dem Hintergrund der Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Untersuchung des BUND zur Waldwirtschaft in Deutschland einen besonderen Wert. Das Auftreten der dort festgestellten Mängel wird in den zertifizierten Wäldern durch die Inhalte der Zertifizierung verhindert. Insofern betreibt die Stadt Duisburg eine vorbildliche Forstwirtschaft.

Neben den ökologischen Aspekten wie kein Einsatz von Pestiziden, besondere Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes, kein großflächiger Anbau von exotischen Baumarten kommt auch den sozialen Belangen hohe Bedeutung zu. So setzt die Stadt nur qualifizierte Arbeitskräfte ein, bildet selber aus und misst der Arbeitssicherheit größte Priorität.

Außer den ökologischen und sozialen Aspekten bekennt sich die FSC®-Zertifizierung zur Holznutzung der Wälder. Holz ist ein wunderbarer, nachwachsender Rohstoff. Weltweit ist Holz Mangelware, was an vielen Stellen zu Waldvernichtung führt. Die Zertifizierung sichert den dauerhaften Erhalt der Wälder sowie die dauerhafte Nutzungsmöglichkeit unter Wahrung des ökologischen Wertes.


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