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Daten und Fakten

Naturschutzgebiet seit 1991
Flächengröße: 503 ha

Naturschutzgebiet Rheinaue Walsum

Die Rheinaue Walsum ist mit 502,92 hat das größte Naturschutzgebiet in Duisburg (mit einem Streifen von 23,9 ha auf dem Gebiet der Stadt Dinslaken/Kreis Wesel).

Dieses Schutzgebiet stellt damit gleichzeitig den südlichen Teil des Feuchtgebietes von internationaler Bedeutung "Unterer Niederrhein" nach der Ramsar-Konvention dar, das. u. a. dem Schutz der überwinternden arktischen Gänse dient. In Ramsar (Iran) wurde 1971 ein internationales Abkommen geschlossen zum Schutz von Feuchtgebieten, die für gefährdete Wasser- und Watvögel - auch zum Überwintern - als Lebensraum wichtig sind.

1983 wurde die Rheinaue Walsum einstweilig sichergestellt, 1990 durch eine ordnungsbehördliche Verordnung als Naturschutzgebiet festgesetzt, seit 1992 rechtskräftig durch den Landschaftsplan der Stadt Duisburg geschützt. Seit dem Jahre 2000 ist sie als Gebiet im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) gemeldet.

Bis 1935 überfluteten die jährlichen Rheinhochwasser die Walsumer Aue häufig bis an die Kante der Niederterrasse. Der in den Jahren 1935/36 gebaute Deich verhinderte auf 2/3 der Flächen diese Überflutungen, führte aber dazu, dass Drängewasser unter dem Deich hindurch drang und die tiefer gelegenen Teile des Geländes vernässte. Da das Wasser nicht mehr abfließen konnte und machmal wochenlang auf den Wiesen stand, die dann von den Landwirten nicht genutzt werden konnten, wurden ganz im Süden und im Norden des Gebietes Pumpwerke gebaut, die dieses Wasser über den Deich in den Rhein zurückpumpten.

Durch den Kiesabbau wurde die Oberfläche des Deichvorlandes über viele Jahre ständig verändert. Nach Abschluss der Rekultivierungen ist eine tischebene Fläche zurückgeblieben, die ein niedrigeres Niveau hat als vor der Auskiesung. Aufgelockert wird sie im Norden durch zwei Gewässer mit steilen Ufern und südlich davon durch einige Pflanzgruppen.

Im Gebiet der Rheinaue Walsum wird seit 1944 Steinkohle abgebaut. Das führte zu Bergsenkungen, die das Gebiet von Süd nach Nord fortlaufend um mehrere Meter sinken ließen. Folgend davon sind immer mehr und größere Gewässer, die ganzjährig Wasser führen. Bei Niedrigwasser nehmen diese Wasserflächen etwa 10 % des Binnenlandes ein, bei Hochwasser sind es bis zu 50 %. Bei weiterem Kohleabbau werden die vernässten Bereiche weiter zunehmen.