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Beteiligung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

Das Zusammenleben in einer kulturell vielfältigen Stadtgesellschaft und die daraus abzuleitenden Ziele für die Stadtentwicklung waren Thema einer eintägigen Dialog-Konferenz, bei der Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte miteinander diskutierten und Vorschläge erarbeiteten.

Dialog-Konferenz "Integration und Stadtentwicklung"

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Dialog-Konferenz in der Liebfrauenkirche

Am Samstag, dem 06. Juni 2009 fand eine Dialog-Konferenz mit dem Titel "Integration und Stadtentwicklung - Wie wollen wir 2027 zusammen leben, wohnen und arbeiten?" statt, zu der das Referat für Integration und das Projekt 2027 eingeladen hatten.

60 Bürgerinnen und Bürger trafen sich in der Liebfrauenkirche und diskutierten ihre Vorstellungen und Ideen für die zukünftige Stadtentwicklung in Verbindung mit dem Thema Integration. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Migrantenselbstorganisationen und Wohlfahrtsverbänden sowie den Bürgerforen, die engagierte Bürgerinnen und Bürger im Herbst 2008 in allen Duisburger Stadtbezirken gegründet haben.

Das Thema Integration hat eine hohe Bedeutung für die strategische Entwicklung der Stadt Duisburg und besonders die demographischen Veränderungen stellen die Stadt Duisburg vor große Herausforderungen. Daher war eine zentrale Frage auf der Dialog-Konferenz: Welche Chancen und Potentiale ergeben sich aus dem steigenden Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund für die Stadtentwicklung bei einer insgesamt zurückgehenden Einwohnerzahl? Ziel der Veranstaltung war es, Visionen, Ziele und Strategien für das langfristige Zusammenleben in der Stadt Duisburg aus Sicht aller Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund, zu entwickeln.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland eröffnete die Fachtagung mit den Worten: "Wenn es eine Stadt gibt, wo Integration Normalität ist, dann ist es Duisburg". Das Miteinbeziehen und Mitdenken des Themas Integration im Rahmen von Stadtentwicklung sei nicht neu für Duisburg - so der Oberbürgermeister. Und weil Duisburg dabei recht erfolgreich sei, könne er auf die oft gestellte Frage "Warum funktioniert Integration in Duisburg denn so gut?", getrost antworten: "Wir können's eben!" Im Anschluss stellte Stadtbaurat Jürgen Dressler in seinem Vortrag die Bedeutung des Themas Integration für die zukünftige Stadtentwicklung dar. Er betonte, dass Zuwanderung in Duisburg schon immer neue Perspektiven beschert habe und zu einer "Melange und Besonderheit" in der Duisburger Bevölkerung beitrage. Eine erfolgreiche Stadtentwicklung müsse die Kenntnisse aller seiner Bürgerinnen und Bürger vor Ort einbeziehen. Im internationalen Wettbewerb um Standortvorteile würden Menschen unterschiedlicher Herkunft viele neue Impulse in die Stadtgesellschaft hineintragen. Der Wissenschaftler Dr. Martin Pape zeigte in seinem Impulsreferat anschaulich und kurzweilig den demografischen Wandel und zukünftige gesellschaftliche Veränderungen auf. Seine Formel lautete: 1+1=3! Das heißt, kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, entsteht etwas Neues - die wohlbekannten Synergieeffekte! Dr. Pape wies ebenfalls auf die Bedeutung der Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt hin. Dafür sei es erforderlich, dass die Bevölkerung in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Verwaltung entsprechend ihrer Zusammensetzung vertreten sei, im Sinne einer "Interkulturellen Öffnung".


Im Anschluss diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in mehreren Arbeitsgruppen das Gehörte vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen. Aus den Gesprächen entstanden erste Empfehlungen wie das Thema Integration in der Stadtentwicklung berücksichtigt werden kann. In weiteren Schritten beschrieben die Bürger im Rahmen eines Zukunfts-Cafés Bilder von einer angestrebten Duisburger Zukunft. Anschließend arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in parallelen Workshops an verschiedenen zentralen Themen. Sie formulierten z.B. Empfehlungen, Ideen und Denkanstöße zu Themen wie Stärkung der Migrantenselbstorganisationen, Duisburg an den Rhein, Haus der interkulturellen Arbeit, Stadtteilmarketing, Entwicklung von Erziehungs- und Bildungskompetenz, Aufenthaltsqualität von Plätzen und neue Nutzung von Sportstätten, z.B. durch Bildung, Kultur und Freizeitgestaltung. Die Konferenz moderierte Axel Jürgens vom Büro PETERS & HELBIG aus Essen.

Leyla Özmal, Integrationsbeauftragte der Stadt, fasste das Ergebnis des Tages folgendermaßen zusammen: "Das Besondere an dieser Konferenz war, dass nicht Zuwanderer und Integration im Fokus standen, sondern das Thema Stadtentwicklung. Die Konzentration auf das gemeinsame Ziel ermöglichte einen Austausch auf Augenhöhe, das die Teilnehmer sehr begrüßten. Eine interessante Erkenntnis aus dieser Konferenz war: Die Ideen von Zugewanderten und Nichtzugewanderten sind sehr ähnlich. Wir haben gesehen, wenn wir auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten, kommen unsere Gemeinsamkeiten zu Tage."


Leitlinien "Interkulturelle Urbanität"

Die Ergebnisse der Dialog-Konferenz wurden in den Leitlinien "Interkulturelle Urbanität" zusammengefasst und aufbereitet. Am 10. März 2010 beschloss der Rat der Stadt Duisburg die Leitlinien als Grundlage für den weiteren Planungsprozess Duisburg2027.